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MVG-Fahrplanwechsel:Was sich alles ändert

Wann fährt die U-Bahn? Klappt es mit der Anschlussverbindung? Viele MVV-Kunden müssen sich an neue Abfahrtszeiten gewöhnen, denn der Fahrplan wurde umfassend geändert.

(Foto: Stephan Rumpf)

Am Sonntag stellt die MVG ihren Fahrplan um. Damit mehr U-Bahnen fahren können, werden die Züge von zusätzlichem Personal abgefertigt. Besonders überfüllte Linien werden durch Expressbusse entlastet. Ein Überblick über die wichtigsten Veränderungen.

Spätestens am Montag sollte jeder MVV-Nutzer einmal die Abfahrtszeiten der von ihm oft genutzten Verkehrsmittel anschauen. Denn zum Fahrplanwechsel an diesem Sonntag wird die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihren Fahrplan umfassend umstellen. Weil sich bei der U-Bahn die Takte auf vielen Linien verändern, verschieben sich auch die darauf angepassten Anschlüsse von Trambahnen und Bussen. "Wir raten jedem Fahrgast, sich den neuen Fahrplan anzusehen", sagt MVG-Chef Herbert König.

U-Bahn

Hintergrund für die Neuordnung der Fahrpläne ist der Zwei-Minuten-Takt bei den Linien U 1 und U 2 zwischen Hauptbahnhof und Kolumbusplatz. Bislang sind dort die Züge zur Stoßzeit alle zweieinhalb Minuten gefahren, von Sonntag an sollte der Takt eigentlich noch dichter werden. Doch daraus wird vorerst nichts: Weil Siemens vier bestellte U-Bahnen vom neuen Typ

"C 2" nicht wie versprochen liefern kann, verschiebt sich der Zwei-Minuten-Takt "um mehrere Monate", wie König sagt. Wie lange genau? Dazu will der MVG-Chef derzeit keine Angaben machen; zumal auch die Zulassung noch aussteht. Dennoch wird die MVG versuchen, in den nächsten Monaten bis zur Inbetriebnahme "einzelne Verstärkerzüge" aus dem Bestand auf den Linien einzusetzen.

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Obwohl also die neuen Züge und damit der dichtere Takt noch auf sich warten lassen, werden andere Maßnahmen bereits umgesetzt: Neben den Anpassungen der Fahrpläne setzt die MVG von Montag an "Fahrgastlenker" an den U 1/2-Bahnsteigen am Hauptbahnhof und am Sendlinger Tor ein. Die sollen dafür sorgen, dass die Zugführer die Türen rasch schließen können - und die Züge nicht länger als vorgesehen am Bahnsteig stehen. Andernfalls stauen sich die vielen U-Bahnen im Tunnel, und der Zwei-Minuten-Takt bricht zusammen. Aus demselben Grund wird an den Knotenpunkten Scheidplatz (U 2/3) sowie Innsbrucker Ring (U 2/5) morgens nicht mehr gewartet, wenn eine parallel einfahrende U-Bahn verspätet ist.

Weitere Veränderungen betreffen einzelne Linien: So fahren etwa die Züge der U 4 im Abend- und Spätverkehr vom Arabellapark kommend künftig bis zum Odeonsplatz. Bisher mussten die Passagiere bereits am Max-Weber-Platz auf die U 5 umsteigen, um weiter in Richtung Laim zu fahren. Auch auf der U 2-Nord fahren künftig ebenfalls mehr Bahnen.

Tram

Ein ähnliches Problem wie bei der U-Bahn stellt sich bei der Trambahn: Auch hier hat König bei Siemens neue Züge bestellt; auch diese lassen auf sich warten. Daher wird am Samstag zunächst mal nur die Verlängerung der Linie 19 zum Pasinger Bahnhof in Betrieb genommen - denn dafür sind keine zusätzlichen Fahrzeuge nötig. Das gilt auch für den zusätzlichen Service am Abend: Von Sonntag an rollen auf vielen Tramlinien die Züge bis 22 Uhr im Zehn-Minuten-Abstand, und nicht mehr nur bis 20 Uhr. Die Stadt bezuschusst dieses Mehrangebot mit 2,4 Millionen Euro pro Jahr. Die eigentlich geplanten Verbesserungen auf den Linien 15, 18, 22 und 25 will König voraussichtlich Ende Januar aufnehmen. Bis dahin, so hofft er, werden die Siemens-Bahnen einsatzbereit sein.

Express-Bus

Ganz neu in München ist eine Express-Buslinie, genannt "X30". Sie verbindet Montag bis Samstag wichtige U- und S-Bahn-Stationen in Sendling, Giesing und Haidhausen - etwa den Ostbahnhof mit Silberhornstraße, Candidplatz und Harras. König hofft, so auch die überfüllten U-Bahnen im Zentrum zu entlasten, rechnet aber damit, dass es ein bis zwei Jahre braucht, bis sich das neue Angebot herumgesprochen hat. Wichtig: Damit die Express-Busse zügig durchkommen, halten sie nur an den wichtigen Umsteigeknoten - an den kleineren Haltestellen rauschen sie vorbei.

Bus

Unter anderem wird aus der Linie 133 (Rotkreuzplatz-Forstenrieder Allee) die Linie 63 - dort fahren künftig vorwiegend große Gelenkbusse. Die Linie 144 wird beschleunigt, die Linie 130 als neue Tangentialverbindung zwischen Am Knie und Harras eingerichtet. Die Verlängerung der Linie 187 in Oberföhring bezuschusst die Stadt mit 305 000 Euro pro Jahr, um dort zwei Senioreneinrichtungen besser anzubinden. Vorerst nicht starten wird der von König geplant City-Bus in der Altstadt. Dort gibt es derzeit noch Probleme mit der Genehmigung durch städtische Stellen.

S-Bahn

Nur wenige Änderungen stehen bei der S-Bahn an: An der neuen Station in Freiham legen die Züge bereits seit Herbst einen zusätzlichen Halt ein; der Umstieg auf der Linie A von Dachau nach Altomünster von Dieseltriebwagen auf elektrisch angetriebene S-Bahnen steht erst im nächsten Dezember an - vorher muss die Deutsche Bahn die Strecke noch gehörig umrüsten. Die Linie 20 endet künftig von Pasing kommend in Höllriegelskreuth statt in Deisenhofen beziehungsweise Holzkirchen - und das auch nur noch werktags während der Hauptverkehrszeit.

Regionalverkehr

Der Freistaat hat bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) mehr Leistungen bestellt - unter anderem werden im Berufsverkehr mehr Züge rollen. Auch an den Wochenenden sollen zusätzliche Kapazitäten angeboten werden. Ähnliche Verbesserungen bietet die Deutsche Bahn auf den Strecken ins Werdenfelser Land an. Spannend dürfte es für viele Pendler zudem auf den Gleistrassen von München in Richtung Rosenheim werden: Obwohl der neue Anbieter "Meridian" am Freitag quasi in letzter Minute doch noch die Zulassung für etwa die Hälfte seiner 35 neuen Triebzüge erhielt, wird er zunächst nicht das eigentlich versprochene Programm fahren können.