Nahverkehr MVG baut Busbahnhöfe für größere Fahrzeuge um

Als erster wird der Busbahnhof Studentenstadt ausgebaut.

(Foto: Sonja Marzoner)
  • Die Münchner Busbahnhöfe sind chronisch überlastet.
  • Am Busbahnhof Studentenstadt macht die MVG einen Anfang zur Erweiterung.
  • Der Umbau ist auch erforderlich, weil die MVG künftig vermehrt auf sogenannte Bus-Züge setzt, die länger sind als die Gelenkbusse.
Von Andreas Schubert

Der Bedarf nach öffentlichem Nahverkehr wächst stetig. Doch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat nicht nur ein Problem damit, genug Fahrer zu finden. Auch die Busbahnhöfe der Stadt sind inzwischen überlastet. Die größten Engpässe bestehen laut MVG an den Busbahnhöfen Fürstenried West, Ostbahnhof, Studentenstadt und Trudering Bahnhof. Kritisch seien zudem die Verknüpfungspunkte Giesing Bahnhof, Kieferngarten, Münchner Freiheit, Moosach Bahnhof, Neuperlach Süd und Pasing Bahnhof.

Am Busbahnhof Studentenstadt macht die MVG einen Anfang zur Erweiterung. An dem Knotenpunkt zur U-Bahnlinie 6, an dem sieben Buslinien verkehren, steigen jährlich vier Millionen Fahrgäste ein und um. Derzeit ist dort Platz für fünf Busse, zwei Buslinien halten außerhalb. Nun soll der Bahnhof auf acht Halteplätze erweitert werden, außerhalb bleibt einer erhalten.

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Der Umbau ist nicht zuletzt deshalb erforderlich, weil die MVG künftig vermehrt auf sogenannte Bus-Züge setzt, also Busse mit Anhängern. Diese sind 24 Meter lang. Zum Vergleich: Ein Gelenkbus bringt es auf 18, ein Solobus auf zwölf Meter. Und auf Letztere waren die Busbahnhöfe ursprünglich ausgerichtet. Wann die Umbauarbeiten an der Studentenstadt beginnen, ist laut MVG-Sprecher Matthias Korte offen. Derzeit befinde man sich in der Abstimmung mit den Behörden - mit Verkehrsangelegenheiten sind immer mehrere Referate befasst.

Für weitere Busbahnhöfe gibt es derzeit noch keine konkreten Ausbaupläne. Dabei gebe es auch am Ostbahnhof dringenden Handlungsbedarf, wenn das Angebot der MVG zufolge ausgebaut werden soll. Immerhin konnte die Situation mit provisorischen Haltestellen außerhalb des Busbahnhofs in den vergangenen Jahren etwas entschärft werden. Wenn aber die Bauarbeiten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke beginnen, wird es wohl zu Einschränkungen für den Busbetrieb am Ostbahnhof kommen.

Generell gelte, dass an fast allen Busbahnhöfen für eine zukunftsfähige Gestaltung mehr Platz als heute benötigt wird. Und der ist in der dicht bebauten Stadt rar. Derzeit ist die MVG auch auf der Suche nach einem Ort für einen dritten Busbetriebshof. Die Kapazitäten des neuen Betriebshofs, der derzeit in Moosach gebaut wird, sind schon nach der Fertigstellung ausgereizt, größer konnten die Stadtwerke an dieser Stelle nicht bauen. Deshalb suchen sie nun ein fünf bis sechs Hektar großes Grundstück im Stadtgebiet.

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