"mut" Sozial-ökologische Wende

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"mut" wirbt für eine Gesellschaft, die nicht in Gewinner und Verlierer aufgeteilt ist

Sie wollen in den kommenden vier Wochen noch eine neue Fährte legen in Bayern. "mut-Spur" heißt sie. Dahinter stecken landesweit verstreute Politabende mit dem Radiomoderator Matthias Matuschik und dem Münchner Soziologen Stephan Lessenich. Der Fährte, die die beiden Spitzenkandidaten hinterlassen, sollen Wähler folgen, die bei den etablierten Bewerbern keine Heimat mehr finden. "mut" heißt die neue Partei, die 2018 erstmals bei der Landtagswahl antritt.

Drei Hauptanliegen stehen im Programm: eine offene Flüchtlings- und Integrationspolitik, eine lebendige Teilhabe-Demokratie und eine ökonomisch-ökologische Wende hin zu einer ausgeglichenen Gesellschaft, in der das Vermögen neu verteilt wird. Diese Programmpunkte sollen Wähler ansprechen, denen Grüne und SPD nicht konsequent genug für die Aufnahme von Flüchtlingen einstehen und bei einer sozial-ökologischen Neuausrichtung der Gesellschaft zu träge sind. Themen also, die gerade in bunten Großstädten wie München Nährboden finden sollten. "Wir wollen auch die zur Stimmabgabe motivieren, die mit dem linken Lager abgeschlossen hatten", sagt Lessenich.

Doch gerade in der Landeshauptstadt kämpft "mut" mit schicksalhaften Umständen, die ihren Ursprung nicht in der Politik haben. Vieles in der neuen Partei war ausgerichtet auf die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm. Sie verließ die Grünen und gehört zu den Mitgründerinnen von "mut". In ihrer Heimatstadt, in der sie stark verwurzelt ist, hätte sie viele Stimmen ziehen sollen. Doch aufgrund eines Trauerfalls in der Familie hat sie sich aus dem Wahlkampf zurückgezogen.

Nun versuchen ihre Mitstreiter, wenigstens ein Prozent der Stimmen in Bayern zu ergattern. Nur dann erhalten sie staatliche Zuschüsse, mit denen sie ihre Strukturen professionalisieren wollen. Dafür diskutieren sie an ihren Politabenden über den öffentlichen Nahverkehr, für den sie schon vor der CSU ein 365-Euro-Jahresticket forderten. Über das Wachstum in den Städten, für das sie möglichst keine neuen Flächen zubauen wollen. Und sie werben für eine Gesellschaft, die nicht in Gewinner und Verlierer aufgeteilt ist.