Musikaktion Klimpern und Jammen

Isabel Melendez Alba (Verein Musik mit Kindern), Brigitte Welser, Clara Muth (Isarlust) und Schirmherr Josef Schmid am Steinway-Flügel.

(Foto: Catherina Hess)

Die Macher von "Play me, I'm Yours" stellen Klaviere in die Stadt

Von Viktoria Spinrad

Einfach hinsetzen und losspielen, mit Publikum, auf öffentlichen Plätzen: Das Kunst- und Kulturprojekt "Play me, I'm Yours" hat wieder sein Programm vorgestellt, von 31. August an werden kreativ gestaltete Klaviere in München verteilt stehen, ob in der Fußgängerzone oder am Stadtrand - und jeder kann darauf klimpern und jammen, wie er mag.

Mehr als 18 Tage können sich die Leute "hinsetzen, losspielen, genießen", wie es Bürgermeister und Schirmherr Josef Schmid formuliert. Zuhause spielen auch seine Frau und seine Tochter Klavier, er selber jammt "am liebsten auf dem Schlagzeug dazu". Das kann er dann auch an 17 Standorten in der Stadt machen, auf der Freiluftbühne vor dem Gasteig zum Beispiel, am Promenadeplatz und am Flughafen, heuer zudem in Moosach und Thalkirchen. Die Klaviere sollen Orte für spontane Begegnungen sein. "Man muss bloß seinen inneren Schweinehund überwinden", sagt die ehemalige Gasteig-Chefin Brigitte Welser vom Veranstalter Isarlust.

Die Instrumente werden unterschiedlich geschmückt sein: Unter dem Motto "gelockt, gehockt, gerockt" läuft etwa das Amadeus-Klavier eines Schreiners, das mit Hobelspänen überzogen werden soll. Materialien und Mittel für Transport und die Wartung der Klaviere kommen vom Kulturreferat, den Bezirksausschüssen und der Handwerkskammer.

Besonders Kinder sollen das Klavierspielen mit Aktionen wie Märchen- und Kinokonzerten sowie kostenfreien Schnupperstunden spielerisch für sich entdecken. "So kann jeder zwanglos erfahren, ob das Klavierspielen einem liegt", sagt Isabel Alba, Leiterin des Kinder- und Jugendprogramms. Fünf ausgewählte Kinder sollen sogar von den Spenden ein Jahr lang Klavierunterricht erhalten und dann zur Eröffnung im nächsten Jahr spielen.

Die "Play me, I'm Yours"-Aktion gibt es in mehr als 50 Städten. Der britische Künstler Luke Jerram hatte sie 2008 in Birmingham ins Leben gerufen, 2013 schloss sich München als erste deutsche Stadt an. Die in München verwendeten Klaviere sollen auch nach der Aktion im jeweiligen Stadtviertel von einer lokalen Einrichtung genutzt werden.