Musik aus MünchenTräumen von Räumen

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Josip Pavlov hat die Band 2017 als Solo-Projekt gegründet.
Josip Pavlov hat die Band 2017 als Solo-Projekt gegründet. Gene Aicher/genelabo

Der Münchner Musiker Josip Pavlov hat als Ippio Payo ein neues, hörenswertes Album veröffentlicht.

Von Jürgen Moises, München

Im Rückgebäude finden verborgene, vielleicht verbotene, seltsame oder auch schöne Dinge statt. Dinge, über die man nicht spricht, über die man nichts weiß, die man sich vielleicht aber auch nur einbildet, weil das Verborgene die Fantasie anregt. Für Josip Pavlov steht der Titel "Rückgebäude" für "Sachen oder Gefühle, die man verbirgt, die aber trotzdem irgendwann mal rauskommen." Also für Unbewusstes, Unterdrücktes. Dalibor Baric hat ein schönes, surrealistisches Video dazu gedreht, in dem es unter anderem um die Vulkaninsel Iskra, um Träume oder die Unsterblichkeit geht und das Max Ernst sicher gefallen hätte. Die Musik dazu besteht aus metallischen Gitarrenklängen und vertrackten Percussion-Rhythmen, die sich immer mehr verdichten. Irgendwann legt sich eine elegische, leicht psychedelische Gitarrenmelodie darüber. Und so wie sich das Stück über acht Minuten wellenartig aufbaut, ebbt es am Ende wieder ab.

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Zu hören ist "Rückgebäude" auf "Deus Ex Machina", dem zweiten Album von Ippio Payo. Einem Soloprojekt des Münchner Multiinstrumentalisten Josip Pavlov, den man von Bands wie Majmoon, Das Weiße Pferd, Grexits oder Zwinkelmann sowie als Mitveranstalter der Reihe Maj Musical Monday und des Noise Mobility Festivals in der Glockenbachwerkstatt kennt. Am 4. Juni stellt Pavlov das bei Echokammer erschienene Album bei der diesjährigen Ausgabe des Festivals vor. Begleitet wird er dabei vom Trompeter Martin Lehmann. Außerdem treten Da Pöschl aus München und Goran Lautar aus Zagreb mit seinem Dark-Wave-Solo-Projekt Neon Lies auf. Auf dem Album hört man Lehmann nicht, da er erst nach den im "Deus Ex Machina"-Studio in Zagreb erfolgten Aufnahmen dazustieß. Dafür ist der Schlagzeuger Bruno Vorberger von der Zagreber Band Peach Pit zu hören. Gitarre, Bass und Keyboard hat Pavlov selber eingespielt.

Insgesamt fünf Stücke sind auf dem Album. Alle sind rein instrumental. Nur bei "Can I Walk In The Middle" hört man eine Männer- und eine Frauenstimme, die den Titel singen. Ansonsten hat es eine ebenfalls vertrackte Rhythmik, klingt aber beschwingter und hat mit seiner satten Snare-Drum deutlich mehr Groove. Vom Stil her bewegt es sich wie die anderen irgendwo zwischen Math- und Postrock. " Remember Adria" beginnt mit gezupften, sanften Gitarrenklängen und gewinnt mit härteren Riffs und einer schnellen Kickdrum später an Dramatik. Die dahinter stehende Geschichte handelt von Geflüchteten, die nach dem Zweiten Weltkrieg ein anderes Leben gesucht haben, verquickt mit der Biografie von Pavlov, der aus Dalmatien stammt.

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Bei "You Have To Be!" zieht einen ein stolpernder Schlagzeugrhythmus durch das ansonsten von flirrenden Gitarren geprägte Stück. Inhaltlich versteht Pavlov es als Aufruf zur Selbstermächtigung. Das abschließende "Another World" klingt ruhig und verträumt. Ein Wiegenlied. Es symbolisiert eine "utopische Welt, wohin ich selber möchte", so Pavlov. Wenn man dort gelandet ist, hat man eine etwa 35-minütige, spannende und vielseitige Reise hinter sich, vom Rückgebäude über die Adria bis in eine andere Welt. Auf dem Cover sieht man fast all das übereinander geblendet. Dort wird eine Schallplatte zum Meer, man sieht ein Gebäude, eine Nadel, die beim Anhören all diese Dinge hervorholt.

Ippio Payo: Deus ex Machina (Echokammer), live am 4. Juni, 20 Uhr, Glockenbachwerkstatt, Blumenstr. 7, www.glockenbachwerkstatt.de

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