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Musik:Mit Abstand das klangvollste Programm

In der Kirche St. Maximilian gibt es an Heiligabend Konzertgottesdienste im Stundentakt.

Von Oliver Hochkeppel

Mit besinnlicherem Repertoire und mehr Abstand als sonst werden Fany Kammerlander (links) und ihr Toxic Garden String Quartet in St. Maximilian spielen.

(Foto: Bernhard Ferstl)

Wer derzeit außer der eigenen Hausmusik etwas live hören will, muss in die Kirche gehen. In Gottesdienste darf man noch (selbst wenn man sich inzwischen in Listen eintragen muss), und viele Pfarreien lassen ihre Weihnachtsgottesdienste musikalisch untermalen. St. Maximilian in München veranstaltet im Rahmen seines Programms "Advent Culture", das Profimusiker aller Genres einbindet, am Heiligabend sogar einen echten Musikmarathon. Im Stundentakt gehen von 12 Uhr an die Konzertgottesdienste über die Bühne- allerdings ab 20 Uhr wegen der Ausgangssperre nur noch als vorab aufgezeichnete Streams.

Für viele Geschmäcker ist etwas dabei. Los geht es mittags zweimal mit dem Musai Quintett, fünf klassischen Musikern mit unterschiedlichen süd- und osteuropäischem Hintergrund, die in München zu ihrem interkulturellen Spiel zusammengefunden haben. Daran schließen sich drei Gottesdienste für Kinder an, mit der Sternschnuppe Band, also dem diesmal durch die Harfenistin Evelyn Huber verstärkten wohlbekannten Duo Werner Meier und Margit Sarholz. Ebenfalls um den dritten Mann erweitert sich danach das Harfen-Duo von Franz und Franziska Eimer, sie holen für ihr alpenländisches Repertoire den virtuosen Zitherspieler und Sänger Manuel Kuthan an Bord. An ganz andere Gestade führt dann - wir sind mittlerweile bei 19 Uhr und dem letzten Live-Termin angelangt - Gitarrist Luis Borda und sein Trio Orientacion mit dem Oud-Spieler Roman Bunka und dem Bratschisten Ehab Aboufakher: Tango mischt sich mit arabischen Taksims, mit Neuer Musik und der Lust an der Improvisation.

Bei den beiden Abendgottesdiensten (wie auch beim Früh-Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag um 9 Uhr) kommt mit Munich Tetra Brass die Klassik zum Zug, allerdings haben Aljoscha Zierow und Philipp Lüdecke an Trompete sowie Stephan Gerblinger und Jakob Grimm an Posaune die gängige Literatur für Blechbläser-Quartett überraschend und spannend erweitert. Die späte Christmette und den 25. dürfen dann die eigenen Ensembles von St. Maximilian untermalen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag steht mit dem grandiosen Toxic Garden String Quartet und Christian Loferer - dem Hornisten des Bayerischen Staatsorchesters, der hier aber Alphorn spielt - wieder stil- und weltoffene Klassik auf dem Programm, bevor die Weihnachtszeit in der Kirche am Sonntag mit den Buazbichlern und Anderl Schmidt volksmusikalisch ausklingt.

Musai Quintett, Do., 24. Dez., 12 und 13 Uhr, Sternschnuppe, 14, 15 und 16 Uhr, Harfenduo Eimer, 17 Uhr, Orientacion, 19 Uhr, Munich Tetra Brass, 20 und 21 Uhr, Maxvokal, 22 Uhr, Toxic Garden String Quartet & Christian Loferer, Sa., 26. Dez., 10.30 Uhr, Biazbichler Musikanten, So., 27. Dez., 10.30 Uhr, Anderl Schmidt Trio, 18 Uhr, St. Maximilian, Deutingerstr. 4

© SZ vom 24.12.2020
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