Pächter gesucht„Zu einem lebendigen Museum gehört auch ein Café“

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Das Museum Fünf Kontinente befindet sich in jenem Abschnitt der Maximilianstraße, der wenig von Passanten frequentiert ist.
Das Museum Fünf Kontinente befindet sich in jenem Abschnitt der Maximilianstraße, der wenig von Passanten frequentiert ist. (Foto: Florian Peljak)
  • Das Museum Fünf Kontinente sucht einen neuen Pächter für sein Café, nachdem der bisherige Betreiber nach wenigen Monaten wieder ausgezogen ist.
  • Die Ausschreibung lief bis Sonntag, 16. November, doch bisher gab es laut Immobilien Freistaat Bayern keine konkreten Interessenten.
  • Ein Museumscafé sei kein Selbstläufer, da es kaum Laufkundschaft gibt und das Café mit dem Museum um 17.30 Uhr schließen muss, sagt die Museumsdirektorin.
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Das Museum Fünf Kontinente sucht wieder einen Pächter für sein Café. Doch das Interesse hält sich in Grenzen. Woran das liegt und warum ein Museumscafé kein Selbstläufer ist.

Von Jacqueline Lang

Das Museum Fünf Kontinente sucht einen neuen Pächter. Mal wieder, muss man sagen: Mit der Corona-Pandemie hatten sich zunächst die langjährigen Betreiber des Café Max2 aus dem Foyer verabschiedet. Im Spätsommer 2024 fand sich dann endlich ein neuer Pächter, das Café Misafir zog ein und versprach Specialty Coffee und Bowls – nur, um dann wenige Monate später schon wieder auszuziehen.

Schon im Januar 2025 musste das Museum also auf Instagram mitteilen: „Das Museumscafé ist aktuell leider wieder geschlossen.“ Nun, fast ein Jahr später, ist das Café immer noch zu, eine Ausschreibung lief bis Sonntag, 16. November. Pachtbeginn wäre laut Ausschreibung der 1. Januar 2026.

Fragt man beim Verwalter nach, der Immobilien Freistaat Bayern (Imby), ob bereits Bewerbungen eingegangen sind, hieß es Anfang vergangener Woche: „Aktuell gibt es keine konkreten Interessenten.“ Warum überhaupt schon wieder ein neuer Betreiber gesucht werden musste? „Der bisherige Pächter hat den Betrieb beendet“, er habe seinen vertraglichen Pflichten nicht vollumfänglich nachkommen können, teilte die Imby mit.

Uta Werlich, die Museumsdirektorin, formuliert es so: Es habe einfach nicht gepasst, die Erwartungen auf beiden Seiten seien jeweils andere gewesen. „Das passiert schon mal.“ Was man nämlich wissen müsse, sagt Werlich: So ein Museumscafé sei „kein Selbstläufer“. Laufkundschaft gebe es schließlich kaum, zumal Münchnerinnen und Münchner sich offenbar schwer damit täten, „über den Ring zu laufen“. Gemeint ist der Karl-Scharnagl-Ring, der eine Art imaginäre Grenze bildet zwischen dem stark frequentierten Abschnitt der Maximilianstraße, auf dem sich Boutiquen aneinanderreihen, und jenem Abschnitt der Straße, auf dem man kaum noch Passanten sieht und in dem sich das Museum befindet.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch für das Café Schluss ist, wenn das Museum um 17.30 Uhr schließt, einen separaten Eingang gibt es nicht. Das hat unter anderem die Konditorei Tanpopo abgeschreckt, die während der Langen Nacht der Museen im Foyer mit einem Pop-up-Café vertreten war. Das Ambiente sei „sehr ansprechend“, aber ein Dauerbetrieb lohne sich wohl nicht, so die Betreiber.

Aktuell ist das Café im Erdgeschoss des Museums verwaist.
Aktuell ist das Café im Erdgeschoss des Museums verwaist. (Foto: Florian Peljak)

Werlich indes ist überzeugt, dass das Café mit dem richtigen Pächter wieder florieren könnte, so wie einst das Max2. Sie wünscht sich, ebenso wie die Imby ein „familienfreundliches Angebot“, das Wert auf Nachhaltigkeit legt. Um Anreize für Interessenten zu schaffen, gebe es sogar Überlegungen, den zum Museum gehörenden Garten für den Café-Betrieb zu öffnen, sagt die Direktorin. Dass das Café dauerhaft geschlossen bleibt, ist für sie jedenfalls keine Option: „Zu einem lebendigen Museum gehört auch ein Café.“

Was aber, wenn sich niemand meldet, der Interesse hat, die Fläche zu pachten? Dann werde man die Ausschreibung eben noch einmal verlängern, sagt Werlich.

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