Kulturpolitik:Galerie der Künstler bleibt im Museum Fünf Kontinente

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Kulturpolitik: Das Museum Fünf Kontinente, früher Staatliches Museum für Völkerkunde, befindet sich in München in privilegierter Lage. Frauenkirche und Rathaus sind zum Greifen nah. Dass der Künstlerverband an der Adresse in der Maximilianstraße festhalten wollte, ist nachvollziehbar.

Das Museum Fünf Kontinente, früher Staatliches Museum für Völkerkunde, befindet sich in München in privilegierter Lage. Frauenkirche und Rathaus sind zum Greifen nah. Dass der Künstlerverband an der Adresse in der Maximilianstraße festhalten wollte, ist nachvollziehbar.

(Foto: Florian Peljak)

Nach Eingreifen des Landtags darf der Künstlerverband nun doch in den repräsentativen Innenstadträumen bleiben. Das Museum hatte für sich Bedarf angemeldet.

Von Susanne Hermanski, München

Künstler jubeln selten in diesen Tagen, diese tun es. Denn der Streit um ihren Verbleib an einer der besten Adressen Münchens ist beigelegt: Der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern e.V. (BBK) bleibt mit seinen Galerieräumen an der Maximilianstraße 42. Der Verband muss nicht dem Museum Fünf Kontinente weichen, das im selben prächtigen Bau untergebracht ist und mehr Platzbedarf angemeldet hatte. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hatte die Künstler daraufhin bereits informiert, dass sie sich nach neuen Räumen umsehen sollten. Im Kunstausschuss des Landtags wurde darüber parteienübergreifend heftig diskutiert, denn das Wirken der Künstler in diesen Räumen hat eine lange Tradition. Eine ebenso lange wie die des Museums, das bis zu seinem Namenswechsel 2014 als "Völkerkundemuseum" bekannt war.

Im Jahr 1900 hatte noch Prinzregent Luitpold den "königlich privilegierten Künstlern" Räumlichkeiten als Ausstellungs- und Präsentationsfläche überlassen. In Nachfolge der "Königlich Privilegierten" betreibt nun seit 75 Jahren der Berufsverband die Räume als seine eigene Galerie. Er versteht diese "als Schaufenster für das Wirken der Künstlerschaft in München und ganz Bayern".

In einer Mitteilung des Ministeriums für Kunst- und Wissenschaft heißt es nun, man habe "eine Übereinkunft erzielt, die den Verbleib der Galerie der Künstler in der staatlichen Immobilie an der Maximiliansstraße 42 sicherstellt". Also auch für die Zeit nach der Sanierung des Hauses. Denn schon seit Langem ist bekannt, dass das Gebäude wie so viele andere Kulturbauten in Bayern dringend einer Renovierung und Modernisierung bedarf. Den Zeithorizont dafür nennt das Ministerium: "mittelfristig, eine Terminierung für die Sanierung besteht derzeit nicht". "Die frühzeitige Weichenstellung für die Nutzung danach" ermögliche nun eine sichere Planung für alle Beteiligten. Und Bayerns Kunstminister Bernd Sibler betont nun, nach dem Umschwenken in seinem Ministerium, es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen, "dass diese traditionsreiche Verbindung weiterbesteht".

Kulturpolitik: Freude in heiligen Hallen: Die Galerie der Künstler darf im Seitenflügel des Museums Fünf Kontinente bleiben.

Freude in heiligen Hallen: Die Galerie der Künstler darf im Seitenflügel des Museums Fünf Kontinente bleiben.

(Foto: BBK)

Mit der Regelung sei zugleich dem Anliegen des Bayerischen Landtags nach Auflösung des Spannungsverhältnisses zwischen den räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten des Museums Fünf Kontinente und dem Raumbedarf der Galerie der Künstler entsprochen worden. Für die vorübergehende Unterbringung der Galerie während der Sanierung würden die beteiligten Parteien eine gemeinschaftliche Lösung erarbeiten, sobald ein Datum dafür anstehe. Denn auch das Museum Fünf Kontinente verbinde mit dem Gebäude an der Maximiliansstraße schließlich eine traditionsreiche Geschichte. Das erste ethnologische Museum Deutschlands befindet sich seit 1926 in den Räumlichkeiten. Seit dieser Zeit hat es sich mit seiner ethnologischen Sammlung zur festen Größe in der staatlichen Museumslandschaft Bayerns entwickelt. "Zudem leistet es mit besonderem Engagement und großer Fachexpertise wichtige Forschungsarbeit zur Provenienz und zur Geschichte von Objekten und Sammlungen", sagt Sibler.

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