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Münchner Zoo:Polarfüchse im Tierpark gestorben

Polarfuchs Yaqui im Tierpark Hellabrunn: Im Münchner Zoo sind die Polarfüchse gestorben.

Polarfuchs Yaqui im Tierpark Hellabrunn Yaqui kam als erwachsener Polarfuchs in den Münchner Zoo. Wie alt er war, lässt sich nicht sagen.

(Foto: Maria Nicole Fencik; Marc Müller/Tierpark Hellabrunn)
  • Im Tierpark Hellabrunn ist Mitte August die Polarfüchsin Linda eingeschläfert worden, nun hat sich die Leitung auch beim Männchen Yaqui für diesen Schritt entschieden.
  • Dass innerhalb kurzer Zeit beide Tiere in der neuen Polarwelt-Anlage starben, wirft Fragen auf. Im Münchner Zoo ist man nun sehr darum bemüht, die Ursache der beiden Todesfälle zu klären.

Von Philipp Crone

Linda musste bereits Mitte August eingeschläfert werden, "trotz tierärztlicher Intensivbehandlung", wie der Zoo in einer Erklärung schreibt. Der acht Jahre alten Polarfüchsin ging es zuvor zusehends schlechter. Nun ist am Montag auch das andere Tier in der neuen Anlage der Polarwelt von den Tierärzten eingeschläfert worden. Das Männchen Yaqui war ebenfalls gesundheitlich so angeschlagen, dass die Tierpark-Leitung diesen Schritt beschlossen hat. Die Frage ist: Was war die Ursache, dass gleich beide Tiere verenden?

Derzeit sind die Tier-Kadaver in der tiermedizinischen Fakultät der LMU zur Untersuchung, wie das in München routinemäßig bei toten Zoo-Tieren der Fall ist. Geprüft werden unter anderem die Organe, "auch eine toxikologische Untersuchung wird durchgeführt", sagte Tierpark-Sprecherin Lisa Reininger. Der Fall ist bislang unklar.

Linda, das Weibchen, war mit acht Jahren signifikant jünger als die übliche Lebenserwartung, die in Zoos für diese Art bei bis zu zwölf Jahren liegt. Sie kam 2017 aus einem anderen Zoo nach München und zog in die neu eröffnete Polarwelt. Männchen Yaqui wurde im Erwachsenenalter auf der Straße gefunden, bei solchen Tieren gebe es "dann keine Möglichkeit mehr, anhand von äußeren Merkmalen das Alter zu bestimmen", sagt Reininger. Es könnte also sein, dass das Männchen Yaqui an Altersschwäche litt.

Natürlich ist man aber nun im Münchner Zoo darum sehr bemüht, die Ursache dieser beiden Todesfälle zu klären. Die Anlage wird geprüft, das Futter, nach weiteren Anzeichen wird gesucht. Gab es etwa irgendwann eine Infektion, durch die Linda und Yaqui krank wurden? Die Untersuchungen in den nächsten Tagen könnten darüber Aufschluss geben, aber natürlich ist es zunächst irritierend, wenn zwei Tiere in kürzester Zeit nacheinander sterben - zumal die Anlage nagelneu ist und nach neuesten Haltungsrichtlinien konzipiert wurde.

Wie in solchen Fällen üblich, wird nun der Zuständige für das europäische Zuchtprogramm der Tierart kontaktiert. Hellabrunn versucht dann, so bald wie möglich wieder Polarfüchse nach München in die Anlage zu holen. Wahrscheinlich wird das auch noch in diesem Jahr passieren, sagt Sprecherin Reininger. In der Zwischenzeit werden kleinere Reparaturanlagen an der Anlage durchgeführt, die ohnehin anstanden.

© SZ.de/ebri
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