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Münchner Westen:Ungestörtes Naturbaden

Lokalpolitiker wünschen sich ein "Naherholungskonzept" für die Aubinger Lohe. Dazu zählen für sie eine gute Fuß-und Radweganbindung an die drum herum stetig wachsenden Wohngebiete und Info-Tafeln, die auf die kulturelle Bedeutung der Gegend hinweisen

Von Ellen Draxel

Durch den Wald und die Lichtungen der Aubinger Lohe zu streifen heißt, ein Naturbad zu nehmen. Zahlreiche Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Reiter nutzen das 1,8 Quadratkilometer große Naherholungsgebiet im Westen der Stadt, um den alltäglichen Stress hinter sich zu lassen, sich eine Auszeit zu gönnen. Die Lohe, komplett auf Münchner Flur gelegen, hat viel zu bieten: Ein großes, von Wegen durchzogenes Waldgebiet mit dem einzigen Hügel, der in der Münchner Schotterebene aufragt. Dieser sogenannte Teufelsberg, mit einer Höhe von 541 Metern 25 Meter über dem Umland thronend, ist vor allem im Winter bei Rodlern beliebt. Daneben wartet das Landschaftsschutzgebiet mit Wiesen auf, durch die sich die Flüsschen Lohwiesengraben und Erlbach schlängeln, und mit den beiden Böhmerweihern, von denen einer ein Biotop ist und der andere Schwimmern bei sommerlichen Temperaturen eine Abkühlung ermöglicht.

Diesen Erholungswert der Aubinger Lohe will der Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied nun in einem "Naherholungskonzept" verankert wissen - mit dem Ziel einer besseren "Vereinbarkeit von wirtschaftlicher Nutzung und Naherholung". Denn der Großteil des Waldes in der Lohe ist bewirtschaftet, weshalb Besucher schon heute bei ihren Ausflügen in die Grün-Oase immer wieder auf gesperrte oder verunreinigte Bereiche stoßen. Angesichts eines zu erwartenden starken Bevölkerungszuwachses im 22. Stadtbezirk insbesondere durch den neuen Stadtteil Freiham und den Bau mehrerer Neubausiedlungen in Lochhausen sehen es die Lokalpolitiker daher als unerlässlich an, die Naherholungskomponente stärker als bisher zu gewichten.

Dazu zählt, dass in Teilbereichen der Lohe "durch spezielle Wegedecken, Sitzmöglichkeiten und ein Angebot an Toiletten" in Zukunft auch inklusive, barrierefreie Nutzungen möglich sein sollten. Dazu gehören eine gute Fuß- und Radweg-Anbindung der Lohe an die Wohngebiete und ein Konzept für Parkplätze. Sinnvoll fänden die Bürgervertreter zudem kulturelle Informationen: Dass sich in diesem Gebiet mit drei Keltenschanzen nahe der Eichenauer Straße sichtbare Zeugen einer Besiedelung der Gegend noch vor der Geburt Christi befinden, sollte aus stadtteilpolitischer Sicht mittels Info-Tafeln kenntlich gemacht werden.

"Wir möchten", so die Antragsteller Sebastian Kriesel, Barbara-Götz-Schubach und Manfred Spannagl (alle CSU) "den größtmöglichen Naherholungswert für den gesamten Waldbereich und damit ein Angebot für Erholungssuchende aus der Umgebung schaffen." Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist die Stadt gebeten, auch den Freistaat Bayern, private Eigentümer und den Erholungsflächenverein, der für die Böhmerweiher verantwortlich zeichnet, in die Planung mit einzubinden.

© SZ vom 09.02.2021
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