Hoffnung gibt es noch. Sie ist in dröhnendes Pathos gekleidet. Chorgesang dominiert den Sound, darunter die Stimmen der Neun, die abwechselnd vom Menschen erzählen, der erst strauchelnd begreift, dass er allein nichts bewirkt. Diese Erkenntnis ist die Hoffnung, die einem da so um die Ohren fliegt, und bei der zugleich klar ist, sie ist nur ein Hauch. Denn knappe drei Stunden hat der Abend „Früchte des Zorns“ im Volkstheater einem vor Augen führen können, wie dumm der Mensch ist. Und dass sich nichts ändert, sondern sich alles nur wiederholt.
Premiere zu Flucht und Klimakrise am Münchner VolkstheaterGetrieben von der ewigen Dummheit der Menschen
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Literaturnobelpreisträger John Steinbeck erzählt in „Früchte des Zorns“ von Hunger, Dürre und Flucht – vor rund 90 Jahren. Am Volkstheater bleibt der Blick auf die Wiederkehr des Gleichen trotzdem nicht ohne Hoffnung.
Kritik von Yvonne Poppek
