Bildung in München:Von Putins Psyche bis zur Biber-Safari

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Tierische Schwerpunkte: das Frühjahrs- und Sommerprogramm der Volkshochschule. (Foto: Lorenz Mehrlich)

Die Münchner Volkshochschule widmet sich in ihrem Frühjahrs- und Sommerprogramm aktuellen Konflikten und in einem Schwerpunkt dem Verhältnis von Mensch und Tier.

Von Benjamin Probst

Auf den neuen schwarzen Flyern starren den Betrachter Tieraugen an - manche eiskalt und durchdringend, andere warm und freundlich. Schon mit dem ersten Augenkontakt nähert sich die Münchner Volkshochschule ihrem Ziel: Im neuen Frühjahrs- und Sommerprogramm möchte sie den Menschen Tiere näher bringen.

Einen solchen Schwerpunkt gibt es nicht immer. "Eigentlich machen wir das im Herbst, da wollen wir uns dieses Jahr aber etwas zurückhalten", sagt Susanne May, Programmdirektorin der Volkshochschule. Normalerweise dreht sich das Angebot vor allem um Sprachkurse, berufliche Weiterbildung sowie kulturelle und politische Kurse. All dies ist auch weiterhin zu finden, man setzt jetzt nur einen oben drauf.

Unter dem Motto "Schicksalsgenossen - von Menschen und Tieren" gibt es rund 250 Angebote. Ob man sich im Museum die ägyptischen Tiergötter erklären lässt, Kühe malen möchte oder ethische Fragen rund um Insekten im Essen diskutieren will - fast jeder dürfte sein Thema finden. Besonders Familien können sich freuen.

Für Groß und Klein gibt es die Möglichkeit, Polizeihunden und Bauernhöfen Besuche abzustatten. Gerade die Exkursionen in die Tierwelt der Stadt mit Vogelschau und Biber-Safari werden von der Volksschulleitung hervorgehoben. Das Meiste findet draußen statt.

Online-Unterricht verschwindet nicht ganz

Die Idee zum Themenschwerpunkt stammt aus dem Corona-Lockdown im vergangenen Jahr. Das Überspringen des Corona-Virus' auf den Menschen habe den Impuls geliefert, so May, aber auch das Artensterben hebe das Thema auf die öffentliche Agenda. Corona hat aber noch in anderer Hinsicht nachhaltig gewirkt: Einige Vorträge werden jetzt auch im Frühjahr und Sommer komplett oder teilweise online gehalten.

Im neuen Restaurant werden vor allem Pinsa-Gerichte serviert. (Foto: Lorenz Mehrlich)

Zugleich gehe man wieder auf die Menschen zu, sagt Martin Ecker, Mangementdirektor der Volkshochschule. So ist geplant, im Herbst dieses Jahres einen Standort am Ratzingerplatz in Obersendling zu eröffnen und im kommenden Jahr dann auch in der Messestadt Riem präsent zu sein. Auch im Hauptstandort an der Einsteinstraße setzt man wieder auf Begegnung und hat ein neues Restaurant etabliert. Der Name ist Programm: Im Restaurant "Pinsa Einstein 28" gibt es vor allem Pinsa - eine lockere Variante der Pizza - und italienische Spezialitäten zu essen.

Bei all den Neuerungen bleibt das Kernprogramm von rund 9000 Veranstaltungen nicht auf der Strecke, auch dabei aber gibt es Entwicklungen. Das Sprachangebot von rund 50 Fremdsprachen - von Bosnisch bis Sanskrit und seit dem vergangenen Jahr auch Ukrainisch - wird durch eine "Ramersdorfer Sprachenwoche" ergänzt, in der auch Einzelunterricht stattfinden soll. Kunst- und Kulturprogramme finden ebenfalls breitgefächert statt, und man widmet sich natürlich aktuellen Konflikten. Politische Podiumsdiskussionen befassen sich mit der Zeitenwende und blicken in Putins Psyche, während die Corona-Pandemie im Bereich Gesundheit noch nicht ausdiskutiert ist.

Die Volkshochschule geht mit altbewährten und neuen Kursen in den Sommer. Wer statt Corona und Russland aber lieber sein Inneres entdecken will, der kann sich am Fotowettbewerb "Das Tier in mir" beteiligen. Zu gewinnen gibt es ein Seminarwochenende am Starnberger See, Gutscheine und Tierpark-Tickets.

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