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Münchner U-Bahn:Zwei brutale Attacken - nacheinander

In der Münchner U-Bahn ist es wieder zu brutalen Übergriffen gekommen. Zwei Männer wurden krankenhausreif geprügelt. Nacheinander. An derselben Station.

Gleich zweimal ist es in der U-Bahn-Station Giselastraße am Wochenende zu brutalen Übergriffen gekommen: Am Samstagmorgen schlug ein bisher unbekannter Täter einen 21-jährigen Griechen in der Haltestelle in Schwabing zusammen. Am späten Sonntagabend prügelte ein ebenfalls noch flüchtiger Täter einen 43-jährigen Fernmeldemonteur krankenhausreif, nachdem ihn dieser zuvor aufgefordert hatte, mit dem Rauchen im Waggon aufzuhören.

Vom auffälligen Motiv auf seiner Jacke erhoffen sich die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung auf den U-Bahn-Schläger in der Giselastraße.

(Foto: Foto: Polizei)

Im ersten Fall traf der stark alkoholisierte 21-jährige Verkäufer seinen späteren Angreifer gegen 6 Uhr zufällig im Nordgeschoss des U-Bahnhofs. Er wollte gerade mit drei Freunden nach einer Kneipentour in der Leopoldstraße nach Hause fahren. Aus noch ungeklärter Ursache geriet der griechische Verkäufer mit dem unbekannten Mann in Streit.

Wie die Polizei berichtet, pöbelten sie sich zuerst an, dann begannen sie sich zu prügeln. Dabei griff der Unbekannte nach einer Sektflasche, die am Boden lag, und schlug damit mit voller Wucht auf den Kopf seines Kontrahenten ein. Während der Grieche nach dem Schlag bewusstlos zu Boden sank, flüchtete der Täter mit der heil gebliebenen Flasche in der Hand über den Ausgang Franz-Joseph-Straße.

Die drei Freunde des Griechen folgten dem Täter nicht, sie kümmerten sich bis zum Eintreffen des Rettungswagens um den Verletzten. Er erlitt bei dem Überfall einen Schädelbruch und Blutungen im Gehirn. Laut Klinik ist sein Zustand stabil. Die Polizei fahndet nun nach dem unbekannten Täter wegen versuchten Totschlags. Nach den Angaben der Augenzeugen ist der Täter, der Deutsch mit Akzent spricht, zwischen 20 und 40 Jahre alt und zwischen 1,80 und 1,90 Meter groß. Seine dunklen, gelockten Haare trägt er schulterlang.

Wie schon bei anderen Vorfällen in der Münchner U-Bahn - darunter der brutale Angriff auf einen Rentner in der Station Arabellapark im Dezember 2007, der eine bundesweite Debatte über Jugendgewalt auslöste - gibt es auch diesmal Bilder von Überwachungskameras. Allerdings ist der Täter, der eine helle Hose und eine hüftlange olivgrüne Jacke trug, nur von hinten zu sehen. Auffällig ist der weiße Aufdruck auf dem Rücken seiner Jacke.

Der zweite Fall weist direkte Parallelen zu der aufsehenerregenden Attacke auf den Rentner im U-Bahnhof Arabellapark auf. Rauchen war auch hier der Auslöser für den Übergriff, und auch diesmal trat der Täter mit den Füßen gegen das Opfer. Ein 43-jähriger Monteur hatte - wie andere Fahrgäste auch - den mit einem weißen Hemd, einer dunklen Hose und Jacke sowie Turnschuhe bekleideten Unbekannten schon in der U-Bahn gebeten, das Rauchen im Waggon zu unterlassen.

Gegen 23 Uhr stieg dieser Mann mit seinem späteren Opfer an der Haltestelle Giselastraße aus. Dort spuckte der Raucher dem Monteur ins Gesicht und schlug auf ihn ein, bis er zu Boden stürzte. Noch mehrmals trat der Schläger mit den Füßen gegen den Kopf des 43-Jährigen. Erst als Passanten zu Hilfe eilten, ließ der Täter von seinem Opfer ab, das einen Schulterbruch, Prellungen und eine Gehirnerschütterung erlitt.

Der Gesuchte ist etwa 1,80 Meter groß, 27 bis 30 Jahre alt und stammt vermutlich aus einem osteuropäischen Land. Hinweise an die Polizei, Telefon 2910-0.