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Münchner Straßennamen:Von Stachus bis Manchesterplatz

Während im Dritten Reich viele öffentliche Verkehrsflächen mit dem Namen prominenter NS-Politiker belegt wurden, war man nach 1945 um "Entnazifizierung" bemüht. Rund 200 Straßen mussten umbenannt werden.

Schlagzeilen in diesem Zusammenhang machte zuletzt die Umbenennung der Meiserstraße. Wegen antisemitischer Äußerungen des umstrittenen Landesbischofs Hans Meiser (1881-1956) soll die Straße in Katharina-von-Bora-Straße umbenannt werden. Der neue Name wurde zwar vom Stadtrat beschlossen, kann aber derzeit noch nicht umgesetzt werden, weil der Enkel des Bischofs Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht hat.

Müssen heute Namen vergeben werden, erarbeitet das Kommunalreferat aufgrund von Anregungen von Privatpersonen oder von Bezirksausschüssen einen Namensvorschlag. Dieser wird von mehreren Gutachtern geprüft. Erst dann geht der Vorschlag an den Kommunalausschuss des Stadtrats zur Beschlussfassung.

Einer der neuesten Namen in München ist der Manchesterplatz in Trudering. Der am 24. April 2008 so benannte Platz soll an das Flugzeugunglück vom 06. Februar 1958 an dieser Stelle erinnern, bei dem 23 Menschen starben, darunter auch acht Spieler der Fußballmannschaft von "Manchester United".

Unter der Aderesse www.vermessung.muenchen.de kann jeder Interessierte die seit 2003 ausgewiesenen Straßennamen einsehen. Sämtliche Straßenbezeichnungen Münchens sind in dem Buch "Die Münchner Straßennamen" von Hans Dollinger aufgelistet. Erschienen ist es im Südwest Verlag, München.

© suddeutsche.de/sonn
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