Münchner Stadtteile: Langwied:Geschichte, Daten, Fakten

Nirgendwo in der Stadt sind die Wege länger, gerade einmal elf Menschen teilen sich in Langwied einen Hektar. Platz gibt es in dem idyllischen Dorf in der Stadt also noch genug. Und viel Ruhe.

Anna Fischhaber

Wo heute Langwied ist, haben schon die Kelten gesiedelt und die Römer eine Landstraße gebaut. Das belegen alte Münzfunde, die man heute in der Staatlichen Münzsammlung im nahen München bewundern kann. Langwied gehört natürlich auch zu München, auch wenn viele Münchner das nicht wissen. Aber dazu später mehr. Erstmals urkundlich erwähnt wird "Lanquat" - was "am langen Wald" bedeutet - 1269. Über die Geschichte ist wenig bekannt. Sicher ist: Seit 1818 bildete der Ort im Aubinger Moos zusammen mit Lochhausen eine eigenständige Gemeinde, die Hitler 1942 schließlich München zwangseinverleibte.

Ortskern von Langwied, 2010

Viele Münchner wissen gar nicht, dass Langwied auch zu München gehört - wie in der Großstadt sieht es auf dem Dorfplatz eben nicht aus.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Ferner als in Langwied könnte die Stadt dennoch kaum sein. Eine Handvoll Häuser, viele Felder, mehr gibt es nicht hier. Das Langwieder Zentrum besteht aus einem kleinem Rasen und zwei Bänken, dort, wo sich der Langwieder Bach an der Marienkapelle vorbeischlängelt. Ansonsten Stille. Nicht einmal die nahe Autobahn ist hier zu hören - in Langwied lebt man hinter einem Lärmschutzwall. Ein Auto kann hier nicht schaden, Aubing-Lochhausen-Langwied ist der größte Stadtbezirk, nirgendwo sonst in München sind die Wege länger.

Einen eigenen Bahnhof hat Langwied auch, allerdings ist der ein Irrtum: der S-Bahnhof Lochhausen ist viel näher. Gleiches gilt für die Autobahnausfahrt Langwied, denn die führt nur zum Langwieder See, an dem sich München naherholt. In dem Viertel selbst, vielleicht sollte man lieber Dorf in der Stadt sagen, gibt es außerdem ein paar alte Höfe, eine Gaststätte, einen Briefkasten und natürlich einen Maibaum. Nicht viel also, die Langwieder pflegen deshalb ihr Vereinsleben. Den Verein für den Maibaum, die Feuerwehr, die Schützen, die Soldaten, die Wanderer. Angeblich gibt es sogar einen Verein für Vereine.

Aber auch in Langwied bleibt die Zeit nicht stehen: Inzwischen herrscht hier das typische Schlafstadtflair - die Bauern werden immer weniger, stattdessen dominieren Einfamilien- und Reihenhäuser das Bild. In Langwied leben heute vor allem Pendler, die ein Häuschen mit Garten einer engen Innenstadtwohnung vorziehen. Viele sind es allerdings noch nicht: Kaum mehr als 500 Einwohner hat das Dorf in der Stadt. Platz gibt es also noch genug: Gerade einmal elf Einwohner teilen sich bislang einen Hektar hier.

Daten und Fakten:

(folgende Zahlen beziehen sich auf den 22. Stadtbezirk, zu dem neben Langwied auch Aubing und Lochhausen gehören)

Fläche: 3406,01 Hektar hat Aubing-Lochhausen-Langwied und ist damit mit Abstand der größte Bezirk Münchens. 341,89 Hektar davon, also nur zehn Prozent, sind Grünfläche. Dazu kommen aber noch einmal 67,05 Hektar Wasserfläche

Bevölkerung: 38.863 Menschen leben in Aubing-Lochhausen-Langwied, das entspricht etwa drei Prozent der Münchner Gesamtbevölkerung. Die Einwohnerdichte ist mit nur elf Menschen pro Hektar die niedrigste der Stadt. Auch der Ausländeranteil ist mit 19,5 Prozent eher niedrig

Verkehrsanbindung: In Aubing hält die S4, nach Neuaubing die S8. Die S3 fährt auch durch Lochhausen und Langwied

Kultur und Bildung: In Aubing-Lochhausen-Langwied gibt es zwar vier Bibliotheken, allerdings kein Kino, Museum oder Theater

Kinderbetreuung: In 30 Einrichtungen werden 1564 Kinder betreut

(Stand: 31.12.2009, mit freundlicher Unterstützung des Statistischen Amtes der Landeshauptstadt)

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© SZ/afis/bica
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