bedeckt München 26°

Münchner Sicherheitskonferenz:Die Siko in Zahlen

olizeibeamte stehen am 31.01.2014 in München (Bayern) vor Beginn der 50. Sicherheitskonferenz in der Nähe des Hotels Bayerischer Hof an einer Straßensperre.

Polizeibeamte sperren zur 50. Münchner Sicherheitskonferenz eine Straße in der Nähe des Hotels Bayerischer Hof.

(Foto: dpa)

Wie viele Kiwis und Ananas braucht man für den Staatsempfang zur Sicherheitskonferenz? Und wie viele Polizisten? Die Zahlen zur großen Konferenz in München.

Von Karoline Meta Beisel, Nina Bovensiepen, Florian Fuchs und Sebastian Krass

Für Staats- und Regierungschefs aus aller Welt und viele Minister ist es ein wichtiger Diensttermin: Die Sicherheitskonferenz in München. Doch was bedeutet das Treffen für die Bevölkerung, für die Einsatzkräfte von Polizei und für das an vielen Stellen präsente Personal in der Stadt?

340 Zimmer hat der Bayerische Hof. Sie sind dieses Wochenende komplett durch Gäste der Sicherheitskonferenz belegt. Etwa 500 Mitarbeiter kümmern sich um deren Wohl, von morgens an: Das Hotel ist am Samstag auf 480 Frühstücksgäste eingerichtet, am Sonntag werden 280 Personen erwartet. Neben den vielen Gästen bevölkert außerdem eine vom Bayerischen Hof nicht bezifferte, aber hohe Zahl von Personenschützern und Sicherheitskräften das Haus am Promenadeplatz.

4 Monate lang bereitet die Münchner Polizei das Sicherheitskonzept für die Sicherheitskonferenz intensiv vor. Etwa zehn Mitarbeiter bilden den harten Kern der Planungsgruppe. Von den Erkenntnissen der Aufklärung hängt auch die Anzahl der eingesetzten Einsatzkräfte ab: Dieses Jahr werden 3100 Polizisten Dienst tun.

15 000 Passanten flanieren an einem Samstag pro Stunde im Schnitt durch die Kaufinger und Neuhauser Straße. Am Wochenende der Sicherheitskonferenz sind es in der Regel weniger. "Umsatzförderlich sind die Sicherheitskonferenz und die Demonstrationen, die damit einhergehen, nicht", sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Verbundes City Partner. Noch mehr zu schaffen macht den Einzelhändlern laut Fischer aber eines: alarmistische Meldungen in Boulevardmedien und Privatradios, die mehr Menschen vom Einkaufsbummel abschrecken als nötig.

19 Euro kostet eine Seezunge im Barista in der Kardinal-Faulhaber-Straße, keine zwei Minuten vom Bayerischen Hof entfernt. Die Seezunge wie alles andere von der Speise- und Getränkekarte gibt es dort auch am Freitag und Samstag; von elf Uhr vormittags bis zwei Uhr nachts hat die Bar mit Restaurantbetrieb geöffnet - für Konferenzteilnehmer, die Abwechslung suchen und für normale Gäste. Auch andere Cafés und Bars rund um den Bayerischen Hof, etwa Schumann's Tagesbar in der Maffeistraße, lassen sich in ihrem Betrieb von der Großveranstaltung nicht stören.

88 Jahre alt ist Sabine Behrendt, die Gegner der Sicherheitskonferenz feiern sie deshalb als "wohl älteste Demonstrationsteilnehmerin". Die Rentnerin ist in München eine bekannte Friedensaktivistin, sie kämpfte schon zu den Anfangszeiten der Sicherheitskonferenz vor 50 Jahren, als die Veranstaltung noch "Wehrkundetagung" hieß, gegen Aufrüstung und Krieg.

150 Kilogramm Kalbstafelspitz verarbeiten die Köche aus dem Hause Dallmayr für das Drei-Gänge-Menü, das 470 Gäste am Samstagabend beim Empfang von Ministerpräsident Horst Seehofer im Kaisersaal der Residenz bekommen. Das Kalbfleisch wird an grober Senfsoße mit gefüllten Wirsingköpfchen, gebratenen Steinchampignons und Püree von der Petersilienwurzel gereicht. Als Vorspeise gibt es eine Rote-Beete-Meerrettichterrine mit zweierlei Lachs an Blattsalat. Und als Dessert wartet etwa eine Honig-Lavendelcreme im Baumkuchenmantel mit Ananas-Kiwi-Salat, für den 40 Ananas und 200 Kiwis verarbeitet wurden.

7 Stockwerke hat der Bayerische Hof. Auf allen kann Tag und Nacht via Wlan kommuniziert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite