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Sympathiewerte der Rathaus-Politiker:Reiter führt Hitliste an

dieter reiter und die andren beiden

Jeder vierte Befragte kennt die OB-Kandidatin der Grünen, Katrin Habenschaden (links), 84,9 Prozent wissen, wer Oberbürgermeister Dieter Reiter ist - aber nur jeder Zehnte kennt die CSU-Kandidatin Kristina Frank

Welche Politiker kennen die Münchner? Und wen mögen sie? Bei einer Umfrage schneidet der OB gut ab, die CSU-Kandidatin aber hat Aufholbedarf.

Wie beliebt ein Politiker bei den Menschen ist, drückt sich üblicherweise im Wahlergebnis aus. Zumindest bei der Kommunalwahl in Bayern dürfen Wähler ja ihren Lieblingskandidaten vorhäufeln. In München gibt es seit Jahren auch jenseits einer Wahl Umfragen, wie beliebt und wie bekannt die Politiker im Rathaus sind. Am Mittwoch veröffentlichte das städtische Informationsamt die aktuelle Hitliste - und dabei steht Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wieder einmal einsam an der Spitze. 84,9 Prozent der 402 befragten Münchnerinnen und Münchner ist das Stadtoberhaupt bekannt, 84,1 Prozent finden ihn auch sympathisch. Reiter hat seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren natürlich deutlich an Bekanntheit gewonnen, dafür finden ihn nun nicht mehr ganz so viele Münchner sympathisch: So wirkte er bei einer Umfrage der RIM Marktforschung GmbH im Jahr 2017 noch für 88 Prozent ziemlich bis sehr nett.

Auf so große Sympathien stoßen andere Münchner Politiker normalerweise nicht - bis auf einen: Florian Roth, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, kommt auf 86,6 Prozent Zustimmung bei der Umfrage, die zwischen 29. April und 29. Mai dieses Jahre stattfand. Allerdings sind die hohen Sympathiewerte für Roth nur als Trendwert zu verstehen - denn nur jeder Fünfte kennt ihn überhaupt. Katrin Habenschaden, die mit Roth die Doppelspitze der Grünen im Rathaus bildet, kennt immerhin jeder vierte Befragte, dafür finden die Oberbürgermeisterkandidatin nur zwei Drittel auch sympathisch. Platz zwei auf der Bekanntheitsskala belegt übrigens Christine Strobl (SPD), immerhin 40 Prozent kennen die dritte Bürgermeisterin. Sie rückte im Ranking noch einen Platz vor im Vergleich zu den Vorjahren. Da war der damalige zweite Bürgermeister und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) der zweitbekannteste Stadtpolitiker Münchens.

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Schmids Parteikollege und Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl kennen übrigens nur 27,5 Prozent der Befragten, gut jeder Zweite davon findet ihn sympathisch. Die weiteren Fraktionschefs Michael Mattar von der FDP sind mit 12 Prozent Bekanntheitsgrad, Alexander Reissl von der SPD mit 10,9 Prozent und Johann Altmann von der Bayernpartei (9,7 Prozent) ziemlich abgeschlagen. Nicht viel besser sieht es bei den städtischen Referenten aus. Immerhin kennen 20,9 Prozent Stadtbaurätin Elisabeth Merk, 15,5 Prozent Stadtschulrätin Beatrix Zurek und 12,6 Prozent Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. Mit dem Namen Thomas Bönig können die Wenigsten etwas anfangen. Den IT-Referent kennen nur 5,8 Prozent Münchner.

Während diese Zahlen für die meisten Politiker und Referenten wohl nur Spielereien sein dürften, wird Kristina Frank wohl genauer auf die Daten schauen. Die Kommunalreferentin ist soeben zur Oberbürgermeisterkandidatin der CSU gewählt worden. Zwar kann sie auf ganz ordentliche Sympathiewerte blicken, mehr als zwei Drittel der Befragten findet sie sympathisch (67,7 Prozent). Doch das Ergebnis ist relativ, denn nur jeder Zehnte (10,3 Prozent) kennt die CSU-Politikerin überhaupt. Da liegt ihre Konkurrentin um den OB-Posten Katrin Habenschaden von den Grünen mit 24,9 Prozent deutlich darüber, obwohl sie gar keinen Referentenposten hat.

Traditionell befragen die Marktforscher die Münchner auch, wie sie mit der Politik des Oberbürgermeisters und der Rathauspolitik zufrieden sind. Demnach finden 60,1 Prozent die Arbeit Reiters gut, 18,9 Prozent sind unzufrieden, 21 Prozent machten keine Angaben. Das sah schon mal besser aus: 2017 lag die Zustimmung zu Reiters Arbeit bei 70,6 Prozent, damals waren nur 13,2 Prozent unzufrieden mit dem OB. Im vergangenen Jahr waren 65,6 Prozent mit Reiter zufrieden, 12,4 Prozent unzufrieden. Die Mehrheit lobt übrigens die Bürgerfreundlichkeit der Stadtverwaltung (61,6 Prozent), am zufriedensten sind die Münchner mit der Gesundheits- und Krankenhausversorgung (70,6 Prozent), gefolgt von der städtischen Wirtschaftspolitik (65 Prozent), dem Schulangebot (64,6), sozialen Einrichtungen und Leistungen (62,4) und dem Angebot der MVG (57,5). Beim Wohnungsbau muss die Stadt jedoch nachsitzen: Nur jeder Fünfte findet, das macht München gut.

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