Konzert der Münchner PhilharmonikerEin erstaunliches Cellosolo

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In guter Kommunikation: (von links) Dirigentin Han-Na Chang und Cellistin Anastasia Kobekina bei der Probe für ihr Konzert mit den Münchner Philharmonikern in der Isarphilharmonie.
In guter Kommunikation: (von links) Dirigentin Han-Na Chang und Cellistin Anastasia Kobekina bei der Probe für ihr Konzert mit den Münchner Philharmonikern in der Isarphilharmonie. (Foto: Co Merz)

Jubel für Cellistin Anastasia Kobekina mit den Münchner Philharmonikern unter Dirigentin Ha-Na Chang. Doch der eigentliche Saiten-Star des Abends war ein anderer.

Kritik von Harald Eggebrecht

Staunenswert begann dieses lebendige, insgesamt animierende Konzert in der Isarphilharmonie: Der neue Solocellist der Münchner Philharmoniker, Marcel Johannes Kits, eröffnete Gioachino Rossinis „Wilhelm Tell“-Ouvertüre so elegant in der Aufstiegsgeste wie tonschön im Klang, dass alle sofort bezaubert waren. Und die ganze Cellogruppe folgte in diesem Stil und webte eine fein strukturierte musikalische Landschaft. So nobel angeregt gelang Rossinis Ouvertüre in den bukolischen Teilen liebenswürdig und in den effektvollen schnellen Teilen mit ihren typischen Crescendi auf den Punkt getroffen. Der junge Cellomeister wurden herzlichst bejubelt.

Am Pult agierte Ha-Na Chang, die für rund ein Jahrzehnt als eines der ganz großen Cellotalente galt, nachdem sie 1994 in Paris den Concours Rostropowitsch gewonnen hatte - mit gerade mal elf Jahren. Doch seit 2007 hat sich Ha-Na Chang ganz dem Dirigieren gewidmet und seitdem bei namhaften Orchestern in den USA und in Asien auch beim Concertgebouw, der Staatskapelle Dresden oder den Bamberger Symphonikern erfolgreich gastiert.

Ha-Na Chang war gerade mal elf Jahre alt, als sie 1994 in Paris den Concours Rostropowitsch gewann. Später wandte sich sich dem Dirigieren zu.
Ha-Na Chang war gerade mal elf Jahre alt, als sie 1994 in Paris den Concours Rostropowitsch gewann. Später wandte sich sich dem Dirigieren zu. (Foto: Co Merz)

Ihr Dirigieren ist erfüllt von Ausdruckswillen, kommunikativer Kraft und überzeugt durch geistige und körperliche Beweglichkeit, wie der Abend zeigte. Die Münchner Philharmoniker boten unter ihrer engagierten, dem Orchester zugewandten Leitung neben Rossini Ludwig van Beethovens 4. Symphonie op. 60 mit rhythmischem Schwung, konzentrierter Wachheit und insgesamt mit manchmal allzu direkter symphonischer Vitalität, was vergnügt gefeiert wurde.

Zwischen Rossini und Beethoven stand Franz Schuberts Sonate für Streichgitarre,  „Arpeggione“ genannt, und Klavier. Das Stück lebt von intimer Virtuosität und bittersüßer Melodik wahrlich aus kammermusikalischem Geist.  Hier erklang es als solistisches Stück mit der Orchestrierung vom Schweizer Cellisten Antonio Tusas. So sehr sich die Cellosolistin Anastasia Kobekina auch mühte, wirklich zünden konnte die Sonate in dieser ihrem Charakter fremden Version nicht. Erst die Zugabe eines Tanzes von Vater Vladimir Kobekin löste Begeisterung aus. Das schönste Cellosolo war aber gleich am Anfang des Abends erklungen.

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