Die Münchner Philharmoniker im KonzertAmadeus, Amadeus

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Die Sopranistin Julia Lezhneva begeistert nicht nur mit der Leichtigkeit ihrer Koloraturketten.
Die Sopranistin Julia Lezhneva begeistert nicht nur mit der Leichtigkeit ihrer Koloraturketten. (Foto: Tobias Hase / mphil)

Die Münchner Philharmoniker und die Sopranistin Julia Lezhneva überzeugen in der Isarphilharmonie mit einem reinen Mozart-Programm.

Kritik von Michael Stallknecht

Mozart ist kein selbstverständlicher Gast mehr bei großen Symphonieorchestern, häufig wird er inzwischen den Alte-Musik-Ensembles überlassen. Man darf es deshalb mutig nennen, wenn die Münchner Philharmoniker in der Isarphilharmonie ein reines Mozart-Programm spielen. In der Besetzungsgröße passt man sich mit nur acht ersten Violinen den Spezialensembles an und setzt mit Andrea Marcon auf eine Szenegröße am Dirigentenpult, die bei der Ouvertüre zu „Le nozze di Figaro“ buchstäblich für Wirbel sorgt.

Was Marcon ansonsten mitbringt, erfährt man in der C-Dur-Symphonie KV 338 und der späten Es-Dur-Symphonie KV 543: Lässigkeit, Ungezwungenheit, auch Unbeschwertheit. Allfähige Defizite in dirigentischer Schlagtechnik gleichen die Philharmoniker mühelos durch eigene Präzision und Abstimmung aus: Man atmet miteinander, intern, aber auch mit Julia Lezhneva, die für drei Opernarien und die Motette „Exsultate, jubilate“ dazukommt.

Die Sopranistin, gleichfalls in der Alten Musik beheimatet, ist für ihre Virtuosität ebenso bekannt wie für ihr erlesenes Timbre. In „L’amerò, sarò costante“ aus „Il re pastore“ fließt die Stimme in klassischer Ausgewogenheit, das Rondo der Fiordiligi aus „Così fan tutte“ dagegen bereichert sie um einige ungewohnte Verzierungen.

Bemerkenswert für einen mädchenhaft konturierten Sopran ist die Tiefe, weshalb sich Lezhneva mit „Parto“ aus „La clemenza di Tito“ sogar auf das Terrain der Mezzosoprane begeben kann, partnerschaftlich geleitet von Soloklarinettistin Alexandra Gruber. Der übliche Gang aufs hohe C am Schluss von „Exsultate, jubilate“ fällt dagegen eiernd aus, aber nicht weiter ins Gewicht. Umso mehr glänzt sie hier mit der Leichtigkeit in Koloraturketten, ebenso mit der Fähigkeit, Linien auf langem Atem zu tragen und gleichzeitig intensiv zu phrasieren.

Die Auseinandersetzung mit Mozart werden die Philharmoniker schon in gut zwei Wochen fortsetzen, wenn sich der designierte Chefdirigent Lahav Shani für das B-Dur-Konzert KV 595 selbst ans Klavier setzen wird.

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