Münchner Band Moop Mama Die Hardrockband unter den Blaskapellen

Manchmal kommt allerdings die Polizei und löst den unangemeldeten Auftritt auf. Aus einem Erlebnis dieser Art ist der Song Bullenwägen entstanden, in dem die Band ihre Guerilla-Auftritte thematisiert.

Seit zwei Jahren spielen die Musiker gemeinsam, ihr Debütalbum Deine Mutter erschien im März. Eine kleinere Klubtour durch Bayern haben Moop Mama bereits absolviert. Jetzt will Kesselbauer seine Band noch im Rest Deutschlands bekannt machen. Dazu reichen aber nicht mehr nur die Guerilla-Auftritte aus, dazu braucht es auch eine Bühne. Am 21. Oktober startet ihre erste große Deutschlandtour. In München stehen sie in der Freiheizhalle auf der Bühne, in der sonst Größen wie Adam Green oder der ehemalige Backstreet-Boy Nick Carter spielen.

Wegen Moop Mama wurde im Übrigen auch das Label Millaphon gegründet, das sie produziert. Es ist eine Kooperation von Kabarett-Veranstalter und Gastronom Till Hofmann, Komponist Gerd Baumann und Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl.

Den Erfolg von Moop Mama erklärt sich Kesselbauer mit einer "Renaissance der Blasmusik". "Die Leute wollen wieder das Handwerkliche, das Ehrliche", glaubt der Musiker. "Es ist ein Trend zurück zu echter bodenständiger Musik zu erkennen", sagt er.

Bläser tauchen verstärkt in der Popmusik auf. Die US-amerikanische Hip-Hop-Combo The Roots, neben Rage Against The Machine Kesselbauers große Vorbilder, hatten immer schon Bläser dabei. In München hat die Gruppe La Brass Banda mit Blechbläsern bereits beachtlichen Erfolg. In den USA sorgen die Straßenmusiker und Brüder des Hypnotic Brass Ensemble mit ihrem äußerst modernen Brass für Furore.

Kesselbauer treibt das Ganze noch weiter und setzt ausschließlich auf Blasmusik. "Meine Idee war eine Rockband aus Bläsern", sagt er. Und so heißt es auch in einem Song: "Wir sind die Hardrockband unter den Blaskapellen." Wobei Hardrock eher durch Rap ersetzt werden muss. Der Sprechgesang von MC Keno wird von den Blechinstrumenten untermalt - und zwar nur von den Blechinstrumenten. Alle Soundelemente und Klänge müssen von den Bläsern gemacht werden. Das ist für die Musiker harte Arbeit. "Ich wollte eine Band haben, die ohne Strom auskommt und jederzeit irgendwo loslegen kann", sagt Kesselbauer. An der Isar, in der Maximilianstraße und auf großen Bühnen.