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Münchner Innenstadt:Am Max-Joseph-Platz muss sich endlich was tun

Unattraktiver Verkehrsknotenpunkt statt hübsche Piazza: der Max-Joseph-Platz in München.

(Foto: Robert Haas)

Der Platz vor dem Nationaltheater könnte so schön sein, eine attraktive Piazza mitten in der Stadt. Doch die Interessen sind zu verschieden.

Das könnte Münchens schönster Platz sein: Die Residenz, die Oper, die Straßenzeile mit den Bürgerhäusern und das prachtvoll renovierte Palais an der Oper schaffen eine herausragende Kulisse. Doch der Max-Joseph-Platz mit seiner Tiefgarage ist seit langem zu einer öden Verkehrsdrehscheibe verkommen. Fußgänger, Autofahrer, Radler, Touristenbusse, sie alle wollen dort zu ihrem Recht kommen. Und so ging über Jahrzehnte nichts voran mit der Umwandlung in eine attraktive Piazza.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat genug von der Blockade, er will eine Lösung. Die Verwaltung hat geliefert und verschiedene Möglichkeiten grob untersucht, wie man die Autos vom Platz bringen könnte. Der Lösungsansatz, der nun vertieft werden soll: Zu- und Abfahrtsrampen in die Maximilianstraße. Doch der Denkmalschutz legt mit Nachdruck sein Veto ein.

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Die Rampen wären doch viel besser in der Alfons-Goppel-Straße aufgehoben. Aber auch dieser Vorschlag ist alles andere als ideal. Schließlich verläuft hier die neue Fahrradroute durch die Altstadt. Außerdem sollen in der Straße die Touristenbusse halten, die man gerade erst vom Max-Joseph verbannt hat. Alle anderen Varianten, die von der Stadt zur Verkehrsberuhigung untersucht worden sind, scheiden aus verkehrstechnischen Gründen oder wegen enormer Kosten aus.

Das alles verheißt nichts Gutes für Münchens schönsten Platz in spe. Sein Umbau droht schon wieder auf die lange Bank geschoben zu werden. Zwar ist es in einem ersten Schritt immerhin gelungen, die Touristenbusse vom Platz zu bringen. Doch um die neuen Rampen in der Maximilianstraße, die vielen im Stadtrat als die beste Lösung und als Ausweg aus einer verfahrenen Diskussion gelten, ist ein Streit entbrannt.

Erst vertiefende Untersuchungen können zeigen, wie stark der Eingriff in das Stadtbild tatsächlich ist. An der Alfons-Goppel-Straße ist zu prüfen, ob die Radfahrer gut an den Tunnelrampen vorbeikämen. Die schlechteste Alternative steht in jedem Fall jetzt schon fest: am Max-Joseph-Platz nichts zu tun und alles zu belassen, wie es ist. Der Denkmalschutz leidet dort seit Jahrzehnten. Damit muss endlich Schluss sein.

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