Münchner Hauptbahnhof:Eine dritte Option

Eine der noch offenen Fragen für die Machbarkeitsstudie ist laut Ministerium die Barrierefreiheit, sprich: die Frage, ob die Gleisverbindung auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu nutzen sein soll. Faktisch würde dies bedeuten, Aufzüge einzubauen, was das Projekt deutlich verteuern würde. "Das wäre natürlich das Optimum", sagt Pro-Bahn-Vertreter Moy, der darauf aber, wenn es zu teuer würde, auch verzichten würde. Schließlich sei das Umsteigen am Hauptbahnhof auf dem hergebrachten Wege weiterhin barrierefrei möglich.

Der ökologisch orientierte Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat zudem vor einigen Wochen eine dritte Variante ins Spiel gebracht: Die Paul-Heyse-Unterführung unter den Gleisen sollte breiter und um einen komfortablen Gehweg ergänzt werden - und diesen könnte man dann auch als Zugang zu den Gleisen nutzen. Davon hält die Bahn, der die Unterführung gehört, allerdings wenig, wie ein Sprecher wissen lässt. Das gehe allenfalls mit einem eigenen Fußgängertunnel, parallel zur Unterführung - dies sei dann Sache der Stadt.

Mit einer Petition Druck machen

Dass eine zweite Gleisverbindung am Geld scheitert, will Moy nicht akzeptieren: Hohe Summen würden ins Bahnnetz investiert, um Fahrzeiten zu verkürzen, sagt er. Was aber nutze es, wenn ein Zug ein paar Minuten früher in München eintreffe, wo man dann zehn oder 15 Minuten brauche, um umzusteigen? "Gemessen an der eingesparten Zeit ist der Bau einer Gleisquerung mindestens so effizient wie die Beschleunigung von Zügen", sagt Moy. Ganz abgesehen davon, dass es natürlich viel angenehmer wäre für die Reisenden, zumal für jene, die nicht so gut zu Fuß sind. Zudem würde eine zweite Querung die von Umsteigern oft ziemlich volle Gleishalle entlasten.

Deshalb will Moy nun öffentlich Druck machen mit seiner Petition. Fast 800 haben sie bereits unterschrieben. Auf eine der verschiedenen Lösungsvarianten habe er sich nicht festgelegt, sagt er. "Sonst wird die wieder schnell zerredet."

© SZ vom 17.08.2015/vewo
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