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Münchner Gschichten:Ois Chicago!

Die Geschichten um Tscharlie und seine Oma gehören weit mehr zu München als das Hofbräuhaus. Unvergesslich: Der Ritt von Zapata, Zorro und Gringo über die Ludwigstraße, auf dem langen Weg nach Sacramento.

Vor bald 29 Jahren, am 26. November 1974, wurden die Münchner Geschichten zum ersten Mal im BR-Regionalprogramm der ARD gesendet. Helmut Dietls Erzählungen aus dem Lehel wurden zum Kult. Sie sind ein wichtiges Dokument der Zeitgeschichte, das die Veränderungen eines Viertels in einer Stadt, die zur Großstadt wird, festhält. Unzählige Male wurden die Abenteuer von Tscharlie, seiner Oma und den anderen Lehel-Bewohnern seitdem wiederholt. Dietl selber machte sich mit der Serie über Nacht einen hervorragenden Namen als Autor und Regisseur.

Der Ritt auf der Ludwigstraße: Zapata, Zorro und Gringo.

(Foto: Foto: Muffathalle)

Das spezifisch Münchnerische verlieh dem Lehel einen ganz besonderen Lokalkolorit, den es sich über lange Jahre bewahren konnte. Anfang der 70er Jahre aber veränderte sich dort einiges: Ein über Jahre und Jahrzehnte gewachsenes Sozialgefüge geriet mehr und mehr aus den Fugen. Der Grund: Abrissbirnen und Neubauten, die der wirtschaftlichen Nutzung in der immer schneller wachsenden Großstadt dienten. Eines der Häuser, in denen gedreht wurde, gab es bereits zu Drehschluss nicht mehr, zwei weitere standen auf der Abbruchliste.

Hauptfiguren sind der junge Tscharli Häusler (Günther Maria Halmer) und seine Großmutter, Oma Anna Häusler (Therese Giehse). Die Oma reagiert gelassen auf die vielen Veränderungen um sie herum, nimmt sie mal mit Humor, mal mit einer gehörigen Portion Skepsis.

Tscharlie dagegen lässt sich gefangen nehmen von Hirngespinsten über schnellen Reichtum, der ihm ein lockeres Leben bescheren soll. Eine geregelte Arbeit gehört selbstverständlich nicht zu dem Plan, den sich der junge Münchner von seinem Leben macht.

Ganz im Gegensatz zu seinem Freund Gustl Seiler (Frithjof Vierock), der Tscharlie bewundert und bei fast all seinen Unternehmungen sein treuer Begleiter ist. Die Eltern (Ruth Drexel und Karl Obermayer) seiner Freundin Susi (Michaela May) dagegen können mit dem Träumer Tscharlie wenig anfangen.

Sie alle spielen als bei Tscharlis großspurigen Ideen oder besser Hirngespinsten eine Rolle. Meistens zerplatzen seine Vorstellungen wie Seifenblasen, was seinem übersteigerten Selbstbewusstsein aber wenig schadet.

Von heute bis Samstag täglich um 21 Uhr auf der Terrasseund in der Muffathalle.