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Münchner Filmszene:Gedämpfter Optimismus

Schaefer freut sich schon auf "Nordwand", der im Sommer mit großen Stars (Benno Fürmann, Ulrich Tukur) und noch größerem Aufwand in den Alpen gedreht wurde. Gespannt ist er auch auf Heinrich Breloers Neuverfilmung der "Buddenbrooks", die sich mit einem Budget im zweistelligen Millionenbereich Hoffnung auf den Titel "teuerster deutscher Film des Jahres" machen darf.

Unwesentlich günstiger dürfte Marco Kreuzpaintners "Krabat" sein, die Adaption von Ottfried Preußlers Jugendbuch-Klassiker soll im Oktober in die Kinos kommen. Der in Rosenheim geborene Regisseur, dessen US-Debüt "Trade" im vergangenen Jahr gefloppt ist, zeigt sich siegessicher: ",Trade' war nie als Blockbuster angelegt, 'Krabat' dagegen wird viele Zuschauer haben. Da bin ich mir absolut sicher." Es sind vor allem Literaturverfilmungen, mit denen die Produzenten 2008 beim Publikum punkten wollen, auch wenn sich Klaus Schaefer über eine thematische "Verbreiterung" bei den Förderanträgen freut: "Mittlerweile gibt es alle Genres im deutschen Film."

Constantin-Chef Kogel sieht diese Entwicklung eher kritisch: "Es gibt überhaupt keinen Grund für einen deutschen Produzenten, einen Krimi fürs Kino zu produzieren, weil der Deutsche sich jeden Abend hochwertige Krimis im Fernsehen anschauen kann." Bei romantischen Komödien verhalte es sich ähnlich. "Man ist also als deutscher Kinoproduzent beim Genre sehr eingeschränkt." Doch egal ob Heimat- oder Kinderfilm, Bergsteigerdrama oder Familienchronik: Die deutsche Filmbranche zeigt sich auf der Münchner Filmwoche selbstbewusster denn je, geklagt wird - wenn überhaupt - erst wieder am Jahresende.