Münchens junge Kreative: Vitus LindbüchlPhantombilder im Kopf

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Jetzt im Herbst startet Vitus Lindbüchl sein Studium an der Kunstakademie. Bis dahin hat er sich in alle Richtungen ausprobiert.
Jetzt im Herbst startet Vitus Lindbüchl sein Studium an der Kunstakademie. Bis dahin hat er sich in alle Richtungen ausprobiert. (Foto: Catherina Hess)

Vitus Lindbüchl ist permanent auf der Jagd nach dem Schönen. Seine Kunst entsteht häufig aus einem Forschungsdrang heraus.

Von Julinka Goetz

Überall Kohle-Skizzen. Aber auch Installationen, mal digital, mal interaktiv. Im Kunstübungsraum in Milbertshofen tobt sich Vitus Lindbüchl, 25, kreativ aus. Die Verbindung von Klang und Visuellem fasziniert ihn besonders, das versucht er auch in seinen digitalen Collagen darzustellen. „Ich habe einfach immer so viele Phantombilder oder auch Klänge im Kopf“, sagt Vitus und lacht.

(Foto: Catherina Hess)

Seine digitalen Installationen konzipiert er akribisch genau – ganz im Gegenteil zu seinen analogen schwarz-weiß Zeichnungen. Die entstehen „aus so einem Gefühl heraus“, sagt Vitus. Oft bearbeitet er seine Bilder viele Stunden lang mit verschiedensten Softwares, bis ihm der Kopf raucht, dann muss schnell der zeichnerische Ausgleich her. Und hier gilt der Grundsatz: je größer, desto besser. „Bei so filigranem Gekritzel würde ich ja verrückt werden.“

(Foto: Catherina Hess)

Nach dem Realschulabschluss machte Vitus eine Schreinerlehre mit anschließender Fortbildung zum „Gestalter im Handwerk“, von Herbst an wird er an der Kunstakademie studieren. Dabei ist er noch gar nicht richtig im „Künstler-Game“, wie er sagt. Das verwundert. Er trägt schwarze Dr.-Martens-Schuhe, eine mit weißen Farbtupfen befleckte Hose, runde Architektenbrille: Alles an ihm schreit nach Künstler.

(Foto: Catherina Hess)

Vitus gründete mit seinem ehemaligen Klassenkameraden Fabian Fremuth die Band „twiceasmad“ – Ende Oktober erscheint ihr Debütalbum – , aber in außermusikalischen Kunstformen findet er sich erst seit seiner Fortbildung wieder: „Ich mag große Farben und Farbausschnitte, das habe ich erst während dieser Ausbildung gemerkt“. sagt er.

(Foto: Catherina Hess)

Vitus gestikuliert viel, er wirkt leicht hibbelig– fast wie die Glitches, mit denen er in seinen Collagen arbeitet. Das Digitale reizt ihn aufgrund der Vielseitigkeit, denn „aus etwas Banalem bekommt man so fünfhundert verschiedene Iterationen“, sagt er. Die Perspektiven, die er aufzeigt, sprechen für sich, er spielt mit der eigenen Wahrnehmung und verändert sie. Ein kleines Mikrofon nimmt zum Beispiel bei einer seiner titellosen Installationen die Raumakustik wahr und verzerrt je nach Geräuschpegel das Bild.

(Foto: Catherina Hess)

Inspiration findet Vitus nicht im – wie er findet „spießigen“ – München, sondern in der Natur. Sogar beim Wandern hat er einen kleinen Rekorder dabei, mit dem er die Geräuschkulisse aufnehmen kann. Vitus ist neugierig, seine Kunst entsteht oft aus einem Forschungsdrang heraus. Er sei konstant auf der Jagd nach dem Schönen, sagt er. Trotzdem ist es ihm wichtig, dass die Menschen zum Nachdenken angeregt werden.

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