Münchens junge Kreative: Jeremias HassosDamit Kunst unerklärbar bleibt

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„Ich denke eigentlich nie darüber nach, was ich malen möchte. Es ergibt sich einfach“, sagt Jeremias Hassos.
„Ich denke eigentlich nie darüber nach, was ich malen möchte. Es ergibt sich einfach“, sagt Jeremias Hassos. (Foto: Robert Haas)

Wenn Jeremias Hassos malt, wird jede Menge Energie frei – so sehr, dass der 23-Jährige vom Zeichentisch aufsteht und Liegestütze macht.

Von Nicole Salowa

Wilde, schnelle Striche. Sie ergeben ein Chaos, das sich zu einem Bild fügt. „Absurd“ nennt Jeremias Hassos, 23, seine Kunst. Betrachtet man die Arbeiten, wirkt das wie eine ziemlich treffende Beschreibung. Im Vordergrund steht für Jeremias dabei ein Gefühl, das mit Worten schwer zu greifen ist. „Es lohnt sich eben, diese Emotionen zu erforschen“, sagt Jeremias.

(Foto: Robert Haas)

Frei von Konzept oder Plan: Alles beginnt mit einem Strich. „Ich denke eigentlich nie darüber nach, was ich malen möchte. Es ergibt sich einfach“, sagt Jeremias. Im Prozess entsteht eine Energie. Eine, die Jeremias wie eine Welle überrollt. „Das Gefühl wird so stark, dass ich manchmal sogar aufstehe und Liegestütze mache“, sagt Jeremias und lacht. Vor allem in diesen Momenten sei er mit sich selbst im Kontakt.

(Foto: Robert Haas)

Expressiv, surrealistisch. Jeremias möchte mit dem Verständnis von Realität spielen. Dafür nutzt er die verschiedensten Materialien. Tusche, Pinselstifte, aber auch digitale Medien. „Es kommt, wie es kommt“, sagt Jeremias. Dabei möchte er sich von einer Kunst befreien, die erklärbar sein muss. Das Ungreifbare feiern, statt es zu rationalisieren.

(Foto: Robert Haas)

Das Ungreifbare spiegelt sich in Jeremias visuellen Darstellungen. Sie experimentieren, statt eine konkrete Form zu diktieren. „Wenn ich unterwegs bin, habe ich immer ein kleines Büchlein dabei. Ich fange an zu zeichnen und lass mich mitreißen“, sagt Jeremias. Die Herausforderung bei dieser Tätigkeit: Nicht zu schnell zu malen, sagt er und lacht.

(Foto: Robert Haas)

Vom verspielten Surrealen in die harte Realität: Abseits vom Malerischen möchte Jeremias mit seiner Kamera Lebensrealitäten einfangen. Deswegen beginnt er vor zwei Jahren, sich mit Bildjournalismus zu beschäftigen. „Es ist das Beste aus beiden Welten. Man kann visuell gestalten, gleichzeitig für etwas einstehen und es erforschen“, sagt Jeremias.

(Foto: Robert Haas)

So entstand beispielsweise ein Filmporträt über Identität und Identifizierung. Oder auch Fotos, die den Widerstand gegen eine Fabrikerweiterung zeigen. Zwischen Spiel und Ernsthaftigkeit, Surrealem und Realen. In jeder Ausprägung scheint Jeremias vor allem eines wichtig zu sein: Freiheit.

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