Münchens junge Kreative: Hannah Hyun JeongKeine Angst vor der Dunkelheit

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Die Figuren, die Hannah Hyun Jeong zeichnet, wirken nicht ganz greifbar – und fast ein bisschen unwirklich.
Die Figuren, die Hannah Hyun Jeong zeichnet, wirken nicht ganz greifbar – und fast ein bisschen unwirklich. (Foto: Stephan Rumpf)

Hannah Hyun Jeong hält ihre Tagträume in Bildern fest und lässt fantastische Kreaturen entstehen – das hat sich seit ihrer Kindheit in Seoul nicht geändert.

Von Lisa Mattern

Als Kind kritzelte Hannah Hyun Jeong am liebsten in ihren Schulheften herum – und träumte vor sich hin. „Ich habe nie aufgehört, so zu denken, wie ich es als Kind getan habe“, sagt sie. Heute ist Hannah ist 28 Jahre alt. Noch immer hält sie ihre Tagträume in Bildern fest, mittlerweile mit Ölfarben auf Leinwand. Sie kommt aus Seoul in Südkorea. Für ihr Kunst-Studium zog sie vor sieben Jahren nach München.

(Foto: Stephan Rumpf)

„Damals war ich einfach jung und unerfahren“, sagt Hannah. Ob sie sich heute noch einmal trauen würde, ans andere Ende der Welt zu ziehen? Sie weiß es nicht. Ihren mutigen Schritt aber bereut sie keinesfalls. Hannah schätzt die Kunstszene in Deutschland in besonderem Maße. „Es gibt hier so viele Künstler, die aus den unterschiedlichsten Ländern stammen“, sagt sie. Für Hannah ist das etwas ganz Besonderes.

(Foto: Stephan Rumpf)

In vielen Ländern, die sie bereist hat, dominiert oft ein bestimmter Stil die Kunstszene, sagt Hannah. In Deutschland ist das anders. „Jeder ist so anders, nicht alle machen dasselbe. Das gefällt mir richtig gut“, sagt sie. Und so kann auch Hannah ihrer Kreativität freien Lauf lassen, muss ihre grenzenlose Fantasie nicht im Zaum halten. Die Figuren, die sie zeichnet, wirken nicht ganz greifbar – und fast ein wenig unwirklich.

(Foto: Stephan Rumpf)

„Viele Menschen sagen mir, dass sie beim Betrachten meiner Bilder auch ein gewisses Unbehagen spüren“, sagt Hannah, „das liegt wohl daran, dass darin auch eine gewisse Dunkelheit steckt.“ Dabei geht es ihr in ihren Bildern darum, die Wärme zu zeigen, die in ihren Geschichten wohnt. „Es braucht Dunkelheit, um warme Elemente überhaupt sichtbar zu machen.“

(Foto: Stephan Rumpf)

Ihre Inspiration zieht Hannah aus den Geschichten ihrer Kindheit – aus alten, koranischen Volksmärchen. Anders als in westlichen Märchen spielen in diesen Erzählungen verschiedene Tiere als stille Begleiter oft eine bedeutende Rolle. „Genau solche Kreaturen tauchen auch in meinen Bildern auf“, sagt Hannah, „auch sie sind Teil der Welt, die ich erschaffe – geheimnisvoll, schützend und zugleich distanziert.“

(Foto: Stephan Rumpf)

„Ich denke, dass das Übernatürliche durchaus real oder zumindest möglich sein kann“, sagt Hannah. In ihren Arbeiten fließen auch ihre Alltagsbeobachtungen und ihre eigene Fantasie zusammen. „Wir sind heute alle so auf unser eigenes Leben fokussiert, dass die Vorstellungskraft, die wir in unserer Kindheit hatten, völlig verloren gegangen ist“, sagt Hannah. Mit ihrer Kunst möchte sie diese Kindheitswelten ein Stück zurückbringen.

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