Münchens junge Kreative:Kleider aus einer anderen Welt

Lesezeit: 1 min

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(Foto: Catherina Hess)

Wo arbeiten Münchens junge kreative Köpfe? Wir haben sie an ihren Arbeitsplätzen besucht und ihnen über die Schulter geschaut. Heute: Adiella Bachshe.

Von Luca Lang

"Es ist so surreal: Ich ziehe dich jetzt an meinem Computer an" - so beschreibt Adiella Bachshe, 25, das Gefühl, als sie eines ihrer ersten Kleider verkaufte. Die 3-D-Künstlerin arbeitet vor allem digital. Ihre Arbeiten entstehen zwischen Skizzen, Grafiktablett und PC. Sie wirken, als kämen sie aus einer anderen Dimension. Sie studierte Kommunikationsdesign. "Da hatte ich aber wenig zu tun mit dem, was ich jetzt mache."

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(Foto: Catherina Hess)

Sie wollte ihre Kreativität freier ausleben können. Diese Freiheit findet Adiella im digitalen Raum. "Das ist so eine große Welt digital", sagt sie, "du kannst machen, was du willst." Die unzähligen Programme, die sie für ihre Kunst braucht, hat sie sich innerhalb kurzer Zeit selbst beigebracht und dann auch in ihrer Bachelorarbeit verwendet.

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(Foto: Catherina Hess)

Die Skizzen entstehen mal digital, mal analog. Am Anfang stehe aber immer ein Konzept. Das sei wie so ein "Ordnungszwang", sagt Adiella, die auch gegen Probleme der Modeindustrie kämpft: "Natürlich gibt es noch analoge Mode, aber vielleicht wird in Zukunft Fast-Fashion und der Gedanke dahinter verschwinden."

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(Foto: Catherina Hess)

Inspiration findet Adiella fast überall. Von Modetrends, über Videospiele bis hin zu alten Gemälden: "Man kann von allem inspiriert sein, das ist halt das gute an Fashion - ich kann jetzt ne Vase sehen und denken: Ja das wäre jetzt ein cooles Kleid." Plötzlich bestehen dann Roboter in Adiellas Welt aus zerbrechlichem Porzellan.

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(Foto: Catherina Hess)

Dieses Spiel mit Kontrasten ist zentral für ihre Arbeit. "Wir sind sehr abhängig von Maschinen, so wie ich jetzt", und die Verknüpfung mit dem Porzellan als traditionelle Handwerkskunst sei so ähnlich wie die Mode. Diese ist eigentlich auch ein sehr traditionelles Handwerk,"und jetzt gibt's das auch digital", sagt Adiella.

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(Foto: Catherina Hess)

Als sie ihre ersten Kleider verkaufte, war sie erstaunt, dass Menschen Geld für digitale Mode ausgeben würden. In Zukunft möchte die Künstlerin von ihrer Arbeit leben können und gleichzeitig die Möglichkeit haben, weiter kreativ sein zu können. Vor kurzem hat sie für DressX, eine Plattform für digitale Mode, ein Kleid designt, dessen Erlös jungen Kreativen aus der Ukraine zugutekommt.

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