Unterstützung für junge Menschen:Stadt baut 370 Wohnungen für Azubis

Lesezeit: 2 min

Unterstützung für junge Menschen: Am Innsbrucker Ring wurden bereits 300 Azubi-Wohnungen bezogen, in Riem und Freiham sollen nun weitere 370 entstehen.

Am Innsbrucker Ring wurden bereits 300 Azubi-Wohnungen bezogen, in Riem und Freiham sollen nun weitere 370 entstehen.

(Foto: Roland Weegen)

Die Apartments entstehen in Freiham und Riem, kosten sollen sie 450 Euro pro Monat. Doch es gibt Kritik an den hohen Baukosten.

Von Sebastian Krass

Neuer günstiger Wohnraum für Auszubildende: Der Planungsausschuss des Stadtrats hat in dieser Woche einstimmig beschlossen, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag insgesamt 370 Apartments für junge Berufstätige bauen soll. 230 dieser Wohnungen werden in Freiham entstehen, das Grundstück dafür überträgt die Stadt der Gewofag.

140 Apartments entstehen an der Leibengerstraße in Riem. Die Fläche ist bereits seit 2018 im Eigentum der Gewofag. Dort sollten in einem Pilotprojekt Wohnungen für städtische Beschäftigte entstehen, was aber bisher nicht passiert ist. Nun hat die Stadt das Nutzungskonzept auf Azubis zugeschnitten.

SPD-Stadtrat Christian Köning sagte, es sei "gut für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt", wenn man jungen Menschen ein günstiges Wohnangebot mache. Zusammen mit 300 städtischen Azubi-Wohnungen am Innsbrucker Ring (schon bezogen) und am Hanns-Seidel-Platz (Bezug im ersten Halbjahr 2023) sei man auf gutem Weg, das von der grün-roten Koalition ausgegebene Ziel von 1000 Azubi-Wohnungen bis 2026 zu schaffen. Bernd Schreyer (Grüne) betonte, es sei wichtig, dass Auszubildende nicht gezwungen seien, wegen der Wohnkosten außerhalb zu leben, sondern dass sie "auch in der Stadt beheimatet sind".

13 000 Euro Baukosten pro Quadratmeter

Eine kritische Anmerkung machte Heike Kainz (CSU), sie verwies auf die in der Beschlussvorlage genannten Baukosten von 35,9 Millionen Euro in Riem. Auf die jeweils 18 Quadratmeter großen Apartments umgerechnet bedeute das Baukosten von 13 000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. "Wenn man so viel ausgeben muss, ist das nicht effizient", sagte Kainz. Man solle unbedingt versuchen, Kosten zu reduzieren. "Wir stimmen nur zu, weil das Verfahren schon so weit fortgeschritten ist."

Zu den Gründen für die genannten Kosten äußert sich ein Gewofag-Sprecher auf Nachfrage nicht. Offenbar will man sie aber senken. Denn er erklärt, die Geschäftsleitung habe beschlossen, "sich die Kosten noch einmal anzusehen und diese (...) dann angepasst dem Aufsichtsrat vorzulegen".

Von den Wohnungen in Freiham werden 100 durch Münchner Betriebe vergeben, 90 vom neu gegründeten Azubi-Werk der Stadt, 39 entfallen auf das Programm "Junges Wohnen" für Menschen, die in den Beruf einsteigen. In Riem gehen 100 Wohnungen an städtische Auszubildende, 40 werden über das Azubiwerk vergeben. Kosten sollen sie jeweils etwa 450 Euro pro Monat. Wann die Wohnheime fertig werden, dazu macht die Gewofag noch keine Angaben.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusStudie zur Wohnsituation
:So wohnt München

In welchem Viertel leben die reichsten Münchner? Wo gibt es die meisten Singles? Und in welchem Stadtteil sind die Wohnungen am größten? Einblicke in den Münchner Wohnungsmarkt.

Lesen Sie mehr zum Thema