Bauvorhaben in BogenhausenEin Sechseck, das die Nachbarn anzieht

Lesezeit: 3 Min.

An der Ecke Cosimastraße/Johanneskirchner Straße soll ein neues Wohngebiet entstehen, das als Orientierungspunkt ein sechseckiges Hochhaus erhalten soll.
An der Ecke Cosimastraße/Johanneskirchner Straße soll ein neues Wohngebiet entstehen, das als Orientierungspunkt ein sechseckiges Hochhaus erhalten soll. Architekturbüro Hannes Rössler
  • An der Ecke Cosimastraße/Johanneskirchner Straße soll das "Cosma-Eck" mit 250 Wohnungen und einem 44 Meter hohen sechseckigen Turm entstehen.
  • Das Planungsreferat stimmt der Vergrößerung der Geschoss- und Grundfläche zu, die Kommission für Stadtgestaltung sieht den Hochpunkt als Bereicherung für den Münchner Nordosten.
  • Bauherr ist das türkische Unternehmen Taşyapı aus Istanbul, das weitere Bauprojekte in Deutschland plant und schnell mit dem Bau beginnen möchte.
Von der Redaktion überprüft

Diese Zusammenfassung wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Mit dem „Cosma-Eck“ plant ein international tätiger Investor einen großen Wurf für eine Bogenhauser Brachfläche. Die Höhe des geplanten Turms sowie eine Vermehrung des Baurechts stoßen bei der Stadt auf Zustimmung, es gibt aber auch Bedenken.

Von Justin Patchett

SZ bei Google bevorzugen

In Sachen Architektur hat Bogenhausen einiges zu bieten. Zu den Schmuckstücken des Viertels gehören der Friedensengel am Isarhochufer, das Prinzregententheater und neben vielen historischen Villen auch der Arabellapark, wo am berühmten Wohnhochhaus aus den späten 1960er-Jahren bald eine außergewöhnliche Außenrolltreppe dazukommen könnte. Ein Grundstück etwas weiter nördlich davon, wo die Cosima- auf die Johanneskirchner Straße trifft, zählt bislang nicht zu den Highlights in Bogenhausen.

Im Gegenteil. Bislang befindet sich dort lediglich eine riesige ungenutzte Fläche, daneben steht eine Aldi-Filiale. Dem Ort fehle Identität, wie es so oft der Fall sei an Münchens Stadtrand, sagt Hannes Rössler. Er ist Architekt, und seine Aufgabe ist es seit einigen Jahren, aus einem seit Jahren brachliegenden Grundstück ein neues Quartier für das Viertel zu schaffen. Und Wohnraum.

Rund 250 Wohnungen sollen in einem Ensemble entstehen, zu dem ein 44 Meter hoher, sechseckiger Turm gehört. Supermärkte und Bäcker soll es ebenfalls geben. Geht es nach Rössler, kommen die Leute dann aus den angrenzenden Nachbarschaften in Oberföhring, Johanneskirchen sowie aus dem Cosima-, Fidelio- und Prinz-Eugen-Park zum Einkaufen oder verabreden sich auf der öffentlichen Dachterrasse.

Das Projekt läuft bislang unter dem Namen „Cosma-Eck“, Architekt Rössler wünscht sich, dass es einmal zu einer Art Orientierungspunkt im Nordosten Münchens wird und dabei einen Teil der Bautradition der Stadt widerspiegelt. Der sechseckige Turm soll an Sendlinger Tor und Isartor erinnern; als Vorlage diente auch das Alte Technische Rathaus an der Blumenstraße. Dort ist das Planungsreferat der Stadt untergebracht, das sich mit dem Bauprojekt gerade näher befasst hat.

Grund dafür sind die 14 geplanten Etagen – und dass die aktuelle Planung vom ursprünglichen Bebauungsplan abweicht. Das Planungsreferat ist mit einer Vergrößerung der Geschoss- und Grundfläche einverstanden, ob das Bauwerk mit seiner Höhe noch verträglich fürs Stadtbild ist, sollte die Kommission für Stadtgestaltung kürzlich klären. Für Verena Schmidt, Architektin aus Berlin, sei die Bauweise zwar „monumental“, und auch die Form des Sechsecks stieß nicht bei allen Mitgliedern der Kommission auf Begeisterung. Aber dass der Münchner Nordosten von einem Hochpunkt profitiert, darin war sich die Kommission einig.

Auch Samuel Moser (Grüne), Vorsitzender des Bezirksausschusses Bogenhausen, hofft, dass das „Cosma-Eck“ zu einem Quartierszeichen wird. Allerdings warnt er vor zu wenig Kita- und Schulplätzen in der Umgebung, wenn die 250 Wohnungen einmal bezogen werden. „Wir müssen aufpassen, dass wir keinen Mangel schaffen.“ Er möchte das Projekt kritisch, aber konstruktiv begleiten, sagt Moser. Dazu zähle auch, die Frage nach bezahlbarem Wohnraum zu stellen. Wie viele Wohnungen gefördert werden sollen, ist bislang unklar.

Das Unternehmen plant weitere Bauprojekte, auch jenseits Münchens

„Wir leisten dafür gerne unseren Beitrag“, sagt Ece Turanlı vom türkischen Bauherren Taşyapı im Gespräch. Man sei dafür im Austausch mit der Stadt. Auch wenn es an Kita-Plätzen fehle, werde man das Problem lösen können. Taşyapı ist ein Unternehmen aus Istanbul, das auf der eigenen Website mit großen Bauprojekten für sich wirbt. Dazu zählen ein Flughafen in der Türkischen Republik Nordzypern, Infrastrukturprojekte und die „Trump Towers“ in Istanbul. In einer mittlerweile mehr als neun Jahre alten Pressemitteilung ist ein Treffen des Vorsitzenden Emrullah Turanlı mit US-Präsident Trump dokumentiert, damals noch in seiner ersten Amtszeit. Von einer mehrjährigen Bekanntschaft ist die Rede. Darauf angesprochen sagt Ece Turanlı, die die Firma in München repräsentiert und Vorstandsmitglied ist, es habe sich damals um eine reine Wirtschaftsbeziehung ihres Vaters gehandelt.

Ece Turanlı sagt, sie lebe seit gut fünf Jahren in München. Dort hat die Firma bislang noch nichts gebaut, zum „Cosma-Eck“ sollen aber weitere Bauprojekte in Deutschland kommen, auch außerhalb Münchens. Laut Architekt Hannes Rössler ist die Arbeit mit Ece Turanlı „eine echte Inspiration“, das Projekt habe dadurch zusätzliche Dynamik bekommen. Turanlı ist am Telefon tatsächlich anzuhören, dass sie möglichst bald mit dem Bau starten möchte, und zwar sobald die Baugenehmigung da sei. Dann werde das Quartierszeichen im Nordosten der Stadt bald Realität, sagt Turanlı. „Wir sind ziemlich schnell.“

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Großkonzerte in München
:Ist die Allianz-Arena eine Open-Air-Notlösung – oder Konkurrenz fürs Olympiastadion?

Helene Fischer hat im Kessel der Allianz-Arena Gewaltiges vor. Viele Pop-Fans sehnen sich allerdings in die Weite des Olympiastadions zurück, das noch lange saniert wird. Veranstalter wünschen sich bereits, beide Orte bespielen zu dürfen.

SZ PlusVon Michael Zirnstein

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: