Wohnungsmarkt Katholischer Bauträger erhöht Mieten nicht mehr

Das Katholische Siedlungswerk baut und vermietet Wohnungen im Großraum München. Knapp 3000 sind es derzeit.

(Foto: Robert Haas)

Das Katholische Siedlungswerk will drei Jahre lang seine Preise stabil halten. Das betrifft etwa 3000 Wohnungen im Großraum München.

Das Katholische Siedlungswerk München (KSWM) verzichtet für die kommenden drei Jahre auf Mieterhöhungen. Der Beschluss tritt zum 1. Juli in Kraft und gilt für etwa 3000 Wohnungen im Großraum München, die im Eigentum des KSWM sind, wie die Pressestelle der Erzdiözese München und Freising mitteilte. Das kirchliche Wohnungsunternehmen stelle sich damit gegen den Trend rasant steigender Mieten in der Landeshauptstadt und ihrer Umgebung.

Der zeitweise Verzicht auf Mieterhöhungen ergänze einen Beschluss von 2018, heißt es. Danach dürfen die Mieten in Wohnungen des Siedlungswerks künftig generell um maximal zehn Prozent innerhalb von fünf Jahren erhöht werden. Die Erzdiözese, die Hauptgesellschafterin des KSWM ist, begrüßt den Beschluss: "Das Siedlungswerk setzt damit ein Zeichen auf einem Markt mit unverhältnismäßiger Entwicklung", sagte Finanzdirektor Markus Reif. Gerade kirchlichen Akteuren stehe es gut an, die Möglichkeiten, die die extreme Mietpreisentwicklung in Großstädten bietet, nicht voll auszuschöpfen.

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Ziel müsse weiter sein, möglichst viele bezahlbare Wohnungen anzubieten, sagte Reif. Das Erzbistum belasse deshalb auch seit Jahren die Gewinne im Unternehmen. Von den 2908 Wohnungen, die das KSWM derzeit vermietet, sind laut Mitteilung etwa 25 Prozent öffentlich gefördert, zum Beispiel nach der Einkommensorientierten Förderung (EOF) oder nach dem München Modell. Dieser Bereich wird laufend ausgebaut. So werden in Markt Schwaben im Landkreis Ebersberg gerade 32 EOF-Wohnungen gebaut. Am Münchner Nockherberg erwirbt das Siedlungswerk 55 Wohnungen, die nach EOF oder nach dem München Modell gefördert werden.

Bei manchen Wohnungen des KSWM kommt auch das kirchliche Mietmodell zum Einsatz, bei dem Mieter je nach Haushaltsgröße und Einkommen einen Mietnachlass erhalten, wie es heißt. Das 1949 gegründete Unternehmen nennt als seine Kernaufgabe den Bau und die Vermietung von Wohnungen für breite Schichten der Bevölkerung, insbesondere Familien. Außerdem baut und verkauft es Eigentumswohnungen, verwaltet Wohnungen für Dritte und übernimmt Baubetreuungen, etwa für katholische Einrichtungen und Verbände.