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Initiative des Kommunalreferats:München will digitale Wochenmärkte einführen

Wochenmarkt

Frisch vom Wochenmarkt: Wer nicht selbst zum Einkaufen kommt, soll sich künftig Waren liefern lassen können.

(Foto: lukasbarth.com)
  • Die Stadt plant, dass die Kunden digital auf ihren Wochenmärkten einkaufen können.
  • Das neue Verfahren soll Anfang 2020 auf dem Markt am Rotkreuzplatz und dem Bauernmarkt am Georg-Freundorfer-Platz getestet werden.
  • Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen mit mobiler Einschränkung und Berufstätige, die den Einkauf am Markt zeitlich nicht schaffen.

Die Stadt will digitales Einkaufen auf ihren Wochenmärkten einführen. Kommunalreferentin Kristina Frank kündigte an, Anfang 2020 an zwei Standorten das neue Verfahren zu testen. Dafür werde die Stadt mit einem Start-up kooperieren, das einen Innovationswettbewerb dazu gewonnen habe. Über eine Internetseite sollen Kunden ihre Waren direkt bei den Markthändlern bestellen. Diese stellen die Pakete zusammen, um die Lieferung kümmert sich die Partnerfirma der Stadt, die auch den Kauf abwickelt.

Unklar ist noch, wie die Besteller an Salat, Gurken oder auch an frischen Fisch kommen. Eine Möglichkeit seien fixe Packstationen wie bei Versanddiensten, von denen Kunden zeitversetzt ihre Einkäufe abholen könnten, sagte Frank. Man könne sich aber auch vorstellen, dass zum Wunschtermin nach Hause geliefert werde, "zum Beispiel mit Lastenfahrrädern". Versucht werden soll das Online-Einkaufen auf dem Markt am Rotkreuzplatz (Neuhausen) und dem Bauernmarkt am Georg-Freundorfer-Platz (Schwanthalerhöhe).

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Das Angebot richtet sich laut Frank an Menschen mit mobiler Einschränkung und an Berufstätige, die aufgrund ihrer Arbeitszeiten den Einkauf am Markt nicht schaffen. Profitieren sollen dadurch auch Standl-Betreiber, die neue Kunden gewinnen könnten. Das sei insbesondere für Beschicker von Märkten interessant, die an einem Wochentag ihre Waren anböten, sagte Frank. Richtig gut Geld verdient werde vor allem auf den Samstagsmärkten. "Da wollen alle hin." Wer künftig online am Wochenmarkt einkaufen will, wird wohl mehr bezahlen müssen als am Stand. Die Partnerfirma werde "eine Provision" verlangen müssen, um ihr Geschäftsmodell umzusetzen, sagte Frank. Ob diese Kunden, Händler oder beide zu einem gewissen Anteil tragen werden, muss laut Kommunalreferat noch verhandelt werden.

Frank präsentierte das Projekt auf einer Pressekonferenz, in der sie auf ihr erstes Jahr als Referatsleiterin zurückblickte und Vorhaben für die Zukunft vorstellte. Unter anderem habe ihr Haus für den Herbst ein Stadtrats-Hearing angestoßen, in dem es um Kreislaufwirtschaft gehen solle, sagte die Kommunalreferentin, die qua Amt auch Chefin des Abfallwirtschaftsbetriebs München ist. Auf dem sei auch zu diskutieren, ob die Stadt eine gelbe Tonne für Plastikmüll einführen sollte. Die gibt es bisher nicht, Verpackungen müssen an den Wertstoffinseln abgeliefert werden. Das führt zu relativ geringen Mengen an Plastik, das wiederverwendet werden kann. Lieber sei ihr aber natürlich der Müll, der gar nicht erst entstehe, sagte Frank. Dafür gelte es, ein Bewusstsein zu schaffen.

Wie breit das Aufgabenspektrum des Kommunalreferats ist, das sich vor allem um das Immobilienmanagement kümmert, und wie intensiv es die Chefin, die für die CSU als OB-Kandidatin bei der Kommunalwahl 2020 antritt, auch bewirtschaftet, zeigt eine dritte Initiative. Frank will auch Apfelbäume auf dem städtischen Gut Obergrashof (bei Dachau) an die Bürger vermieten, damit diese ihr eigenes Obst ernten, eine Bank darunter stellen oder sich einfach nur am Anblick ihres Baumes erfreuen könnten.

© SZ vom 09.08.2019

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