Gastronomie in MünchenWas die Wirte für die Wirtshauswiesn planen

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Bei der Vorstellung des Programms für die Wirtshauswiesn zapfte König Ludwig persönlich an.
Bei der Vorstellung des Programms für die Wirtshauswiesn zapfte König Ludwig persönlich an. (Foto: Florian Peljak)

Die in den Corona-Jahren entstandene „Erweiterung“ des Oktoberfests findet dieses Jahr zum sechsten Mal statt. Mit mehr Lokalen auch außerhalb des Zentrums – und einem eigenen Lied.

Von Sarah Maderer

„Auch das ist Bayern, gell?“, sagt eine Touristin süffisant zu ihrer Begleitung, als sie Donnerstagmittag die Residenzstraße entlangläuft und vor der Oper zufällig an einer Gruppe Goaßlschnalzer vorbeikommt. Das laute Schnalzen zur Volksmusik lockt schnell Schaulustige an, von denen sich viele fragen, was wohl der Anlass für diese Einlage sein könnte.

Die Antwort gibt es nebenan im Wirtshaus Zum Franziskaner, wo die Münchner Innenstadtwirte zur Pressekonferenz geladen haben, um über die diesjährige Wirtshauswiesn zu informieren. Die findet heuer bereits zum sechsten Mal statt. Von 20. September bis 5. Oktober, also parallel zur „großen“ Wiesn, werden die Gaststätten in der Innenstadt durch Wiesnbier, Hendl, Hopfenschmuck und Live-Musik wieder zum erweiterten Festgelände.

Ursprünglich war die Veranstaltung aus einer Not heraus geboren, als das Oktoberfest in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 nicht stattfinden konnte. Doch auch danach wurde die Wirtshauswiesn fortgeführt, weshalb man inzwischen fast von Brauchtum sprechen könne, findet Gregor Lemke vom Klosterwirt, der als Sprecher der Innenstadtwirte die Neuerungen vorstellt.

Zum Beispiel gibt es in diesem Jahr erstmals ein offizielles Wirtshauswiesn-Lied, das eigens für diesen Anlass komponiert wurde und allabendlich in den Wirtshäusern zum Mitsingen und Mitschunkeln erklingen soll. Mit 47 teilnehmenden Gaststätten hat sich die Wirtshauswiesn außerdem erneut vergrößert und beschränkt sich nicht mehr nur auf die Innenstadt. Acht Gaststätten außerhalb des Stadtkerns, Lemke nennt sie „Freunde“ der Innenstadtwirte, durften sich der Aktion anschließen.

Erstmals dabei sind die Deutsche Eiche, der neue Haxnbauer im Tal sowie der Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz. Und noch ein Neuzugang wird bei dieser Gelegenheit willkommen geheißen: Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, Geschäftsführerin der Conditorei Kreutzkamm, die erst seit Jahresanfang mit ihren Cafés Mitglied bei den Innenstadtwirten ist und schon im Juni in deren Vorstand „hineinrutschte“, wie sie es selbst formuliert.

Für den süßen Abschluss nach Hendl und Haxn steuern Kreutzkamms Petit Fours und ein besonderes Tiramisu zur Wirtshauswiesn bei, bei dem die Löffelbiskuits anstelle von Kaffee mit Weißbier getränkt werden und die Schokolade um Pumpernickel ergänzt wird. Manchmal müsse man Wiesn eben anders denken, findet Kreutzkamm-Aumüller – „auch das ist Bayern“, hätte die Touristin vielleicht gesagt.

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