bedeckt München 12°

Haidhausen:Wirt beleidigt Gäste sexistisch und rassistisch

Vor seinem Lokal beleidigte er eine Transgender-Frau und forderte sie auf, in ihre südamerikanische Heimat zu gehen. Einem 32-Jährigen schlug er ins Gesicht.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat es am Wochenende einen weiteren Angriff mit sexistischem und rassistischem Hintergrund gebeben. Der Vorfall ereignete sich laut Polizeibericht am Freitag gegen 22.30 Uhr vor einem Lokal in der Nähe des Weißenburger Platzes in Haidhausen. Eine Gruppe mit fünf Personen hatte dort gewartet, während einer in der Gaststätte Zigaretten holte. Alsbald begann der Wirt des Lokals, der vor der Tür stand, eine 36-jährige Transgender-Frau aus der Gruppe zu beleidigen.

Außerdem forderte er sie auf, zurück in ihre südamerikanische Heimat zu gehen. Zeugen hörten den Satz: "In den Ländern, wo du herkommst, wird Leuten wie euch der Kopf abgeschnitten". Gefolgt von der Drohung, hier dasselbe mit ihr zu machen. Als der 56-jährige Wirt handgreiflich wurde und einem 32-Jährigen ins Gesicht schlug, hätten Gäste aus seinem Lokal ihn zurückgehalten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Eine Streife nahm ihn vorübergehend fest. Der Mann sei zu betrunken gewesen, um einen Alkoholtest abzugeben, hieß es.

Zeugen berichteten der Süddeutschen Zeitung derweil, der Wirt sei nicht allein ausfällig geworden, auch andere Männer aus dem Lokal hätten die Transgender-Frau sowie andere Frauen sexistisch beleidigt. Den genauen Hergang sollen nun Ermittler des Kommissariats 44 klären, das für Straftaten zuständig ist, die aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus begangenen werden. Am Samstagmorgen hatten am Stachus mehrere Personen auf drei Männer eingetreten und geschlagen, nachdem diese sich offen zu ihrer Homosexualität bekannt hatten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung war irrtümlich von einem "36-jährigen Mann in Frauenkleidern" die Rede. Wir haben dies aufgrund von Zeugenhinweisen und einer Presseerklärung des "Ökumenischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit" in München nun präzisiert, weil es sich um eine 36-jährige Transgender-Frau handelte, die nach Angaben der Polizei rassistisch und sexistisch attackiert wurde.

© SZ vom 28.11.2019 / anh/amm

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite