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Wetterextreme:Frühlingsende im Januar

Gäste vor der "Aroma Kaffeebar" in München, 2020

Sonnenstunden mit Schattenseiten: Viele Münchner freuen sich über die milden Temperaturen, die Folgen für die natur aber sind unabsehbar.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Münchner Wetterdaten seit Dezember sind ungewöhnlich. An diesem Wochenende könnte es erstmals in diesem Jahr ein wenig Schnee geben.

Der Frühling mitten im Winter geht vorerst zu Ende. An diesem Wochenende könnte es erstmals in diesem Jahr ein wenig Schnee in München geben. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag meldete, wird die Schneefallgrenze auf etwa 400 Meter sinken. Doch von Winter kann man deshalb noch lange nicht sprechen. Die Temperaturen liegen seit Beginn des meteorologischen Winters am 1. Dezember mit Ausnahme der ersten Tage "spürbar über dem langjährigen Mittel", wie Lothar Bock vom regionalen DWD-Klimabüro mitteilt.

Bemerkenswert sei, dass in München zur Winterhalbzeit Mitte Januar bereits 80 Prozent der sonst üblichen Sonnenscheindauer erreicht worden seien, nämlich 160 Stunden. Im langjährigen Mittel scheint in München in den drei Wintermonaten 210 Stunden die Sonne. Entsprechend trocken fielen bislang der Dezember und die erste Januarhälfte aus. Bislang fielen in München lediglich ein Drittel der durchschnittlichen Winterniederschlagsmengen.

Das hat auch Auswirkungen auf den städtischen Winterdienst. Seit dem 1. November wurden 1296 Tonnen Salz und 657 Salzsole sowie 1581 Tonnen Splitt auf den Straßen ausgestreut. Zum Vergleich: Im vergangenen schneereichen Winter verbrauchte der Räumdienst zwischen 1. November und 31. März 18 000 Tonnen Splitt und 13 134 Tonnen Salz und Sole. Die damit verbundenen Kosten von 18,8 Millionen Euro dürften in diesem Jahr wohl nicht mehr erreicht werden, außer München versinkt im Februar im Schnee. Doch zumindest in der kommenden Woche soll wieder trockenes Wetter vorherrschen - wenn auch deutlich kühleres als zuletzt.

© SZ vom 18.01.2020 / anl/lfr
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