Filmreihe im Werkstattkino:Es war einmal in Europa

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"Plein soleil - Nur die Sonne war Zeuge" von René Clément ist die erste Verfilmung des Romans "Der talentierte Mr. Ripley". Alain Delon spielt Tom Ripley. (Foto: Studiocanal)

Das Werkstattkino zeigt an fünf Abenden fünf europäische Filmklassiker aus den Sechzigerjahren.

Von Josef Grübl

Der Europatag ist vorbei, der Eurovision Song Contest auch, der Mai aber noch nicht: Die Landeshauptstadt München hat mit mehreren Kooperationspartnern zum Aktionsmonat "Europa-Mai" aufgerufen. Dabei soll der gute alte Kontinent gefeiert und gewürdigt werden - bevor am 9. Juni die Europa-Wahl stattfindet. Auch das Werkstattkino feiert mit: Hier werden an fünf Abenden europäische Filmklassiker aus den Jahren 1960 bis 1966 aufgeführt.

In den Sechzigerjahren standen die Zeichen auf Aufbruch, die Nouvelle Vague eroberte von Frankreich aus die Filmwelt, die Briten entdeckten ihre eigene New Wave, während deutsche Jungfilmer "Papas Kino" für tot erklärten.

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In den kommenden Wochen gibt es hier und an anderen Open-Air-Locations Dutzende Filme zu sehen, zum Teil in der Originalfassung. Aber nicht nur das. Auch Comedy, Familien-Events und die Fußball-EM spielen eine Rolle.

Von Josef Grübl

All das kann diese Filmreihe natürlich nicht abdecken, sehenswert ist sie trotzdem: Los geht es mit der tschechischen Komödie "Ostře sledované vlaky" (1966), die hierzulande unter dem Titel "Liebe nach Fahrplan" lief. Jiří Menzel erzählte von einem Bahnbeamtenanwärter, der am Ende des Zweiten Weltkriegs zum unfreiwilligen Helden wird.

Am 24. Mai steht "Plein soleil - Nur die Sonne war Zeuge" von René Clément auf dem Spielplan. Es ist die erste Verfilmung von Patricia Highsmiths Roman "Der talentierte Mr. Ripley", Alain Delon spielt Tom Ripley, der in Italien einen reichen Amerikaner ermordet und dessen Identität annimmt. ( Die Geschichte wurde erst kürzlich neu verfilmt, als achtteilige Serie für Netflix.)

Die 1964 in der DDR entstandene Christa-Wolf-Verfilmung "Der geteilte Himmel" steht ebenfalls auf dem Spielplan wie der spanische Film "Nueve cartas a Berta" ("Neun Briefe an Berta"), in dem ein Student vom Leben in der Franco-Diktatur erzählt. Mit Superstar-Kino aus Italien geht die Reihe am 27. Mai zu Ende: Sophia Loren und Marcello Mastroianni zeigen in Vittorio De Sicas "Ieri, oggi e domani" ("Gestern, heute und morgen") gleich dreimal, warum sie als Traumpaar des italienischen Kinos galten.

Europäische Filmklassiker - Die 1960er Jahre, Do., 23., bis Mo., 27. Mai, jeweils um 20 Uhr, Werkstattkino , Fraunhoferstraße 9

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