Tötungsdelikt in Trudering:Polizei geht von "akribisch geplanter Tat" aus

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Ein Vater erschießt erst seinen vierjährigen Sohn, dann sich selbst - offenbar mit einer Pistole, die er legal besessen hat. In seiner Wohnung finden die Ermittler Abschiedsbriefe und eine Patientenverfügung.

Von Anita Naujokat

Im Fall des getöteten Vierjährigen und seines ebenfalls toten Vaters, die beide am Sonntagmorgen von einem Jogger in einem Waldstück bei Waldtrudering entdeckt worden waren, geht die Polizei von einer "akribisch geplanten Tat" des 42-jährigen Vaters aus. In der Wohnung des Beschuldigten seien an die zehn Abschiedsbriefe an unterschiedliche Adressaten wie die eigene Mutter und die Kindsmutter gefunden worden, ebenso eine Patientenverfügung, sagte Stephan Beer, Chef der Münchner Mordkommission. Befunden habe sich dort auch eine Grafik, die den Tatort skizziert habe, damit beide hätten gefunden werden können. Beer zufolge hätten sich Vater und Kind in das Waldstück begeben, wo der Vater erst sein Kind und dann sich selbst mit einer Glock-Pistole getötet habe, die sich legal in seinem Besitz befunden habe. Drei weitere Pistolen sollen sich in einem noch ungeöffneten Safe befinden. Vater und Kind seien an Kopfschüssen gestorben.

Den Tatzeitpunkt grenzt die Polizei zwischen 6.30 und kurz vor dem Auffinden um 8.50 Uhr ein. Den bisherigen Ermittlungen zufolge liege das Tatmotiv im privaten Bereich: Der Elektriker sei seit mehreren Monaten getrennt von der Mutter des Kindes. Hinzugekommen sei, dass die Mutter offenbar überlegt habe, den Vierjährigen wegen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in eine Wohngruppe zu geben, was der Vater nicht gewollt habe. Der Junge sei jedes Wochenende bei seinem Vater gewesen. Die Leichname wurden am Montag obduziert.

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