Die Anforderungen an Museen haben sich radikal verändert: Wo einst die europäische Perspektive auf den Rest der Welt dominierte, sollen jetzt die Stimmen „der Anderen“ Gehör finden, tritt neben das Bewahren von „Kulturerbe“ das Zurückgeben von „Raubkunst“. Was bedeutet das für die heutige Museumsarbeit – und für die Museen, die nicht mehr ihre alte Rolle als Institutionen spielen können, die mehr oder weniger unhinterfragt die große Meistererzählung einer homogenen Gruppe – beispielsweise einer Nation – materiell beglaubigen? Diesen Fragen will Thomas Thiemeyer, Professor am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Universität Tübingen, in seinem Vortrag Museen für diverse Gesellschaften: neue Erwartungen und alte Pflichten am 22. Juli um 18 Uhr im Museum Fünf Kontinente nachgehen.
In ihrem Gespräch Glaube. Macht. Politik. Der Siegeszug der religiösen Rechten in den USA am 20. Juli um 19 Uhr beleuchten Fernsehredakteur Arnd Henze und Benjamin Dahlke, Professor für katholische Theologie an der Universität Eichstätt, die Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Religion und Politik in den USA. Die Veranstaltung findet in der Katholischen Akademie in der Mandlstraße 23 statt, in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtakademie und der Stiftung Bayerisches Amerikahaus.
Ob Trump, Meloni oder Orban: Rechte Bewegungen erringen weltweit die Macht, Demokratien werden autoritärer. Diesem globalen Trend widmet sich ein Tagesseminar des DGB Bildungswerks Bayern unter dem Titel Die Freiheit, die sie meinen: Der Faschismus im 21. Jahrhundert am 25. Juli.
Von 10.30 Uhr bis 17 Uhr untersuchen die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Referenten Sebastian Schuller dieses Phänomen. Was sind seine Ursachen? Wie hängt es mit dem Neoliberalismus zusammen? Der Münchner Religionswissenschaftler Schuller arbeitet über den Zusammenhang von autoritärem Neoliberalismus, Antisemitismus und Verschwörungsdenken. Veranstaltungsort ist die Münchner Aids-Hilfe, Lindwurmstraße 71 (Rückgebäude).

Das NS-Regime propagierte ein klares Geschlechterbild: Die Hauptaufgabe der Frau sollte es sein, Kinder zu bekommen und sich um die Familie zu kümmern, um den Fortbestand der sogenannten „Volksgemeinschaft“ zu sichern. In der Ideologie der Nazis hatte die Erwerbstätigkeit der Frau keine Relevanz. Verschiedene Maßnahmen, wie etwa das „Ehestandsdarlehen“, trugen dazu bei, das Bild der Frau als Mutter weiter zu festigen – wobei dieses „Idealbild“ nicht durchgängig der gesellschaftlichen Realität entsprach.
Das Frauenbild im Nationalsozialismus ist Thema eines Rundgangs am 1. August um 14 Uhr im NS-Dokumentationszentrum. Auf welche Weise etablierten die Nationalsozialisten die Rolle der Frau gezielt in der Propaganda? Und wie veränderte sich das propagierte Frauenbild im Verlauf des Krieges? Diese und weitere Fragen werden anhand unterschiedlicher Frauenbiografien erläutert.
Interessante Einblicke verspricht auch ein Rundgang im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke am 28. Juli um 19 Uhr. Dort stehen die ausdrucksstarken Porträts der römischen Abteilung im Mittelpunkt. Archäologin Nele Schröder-Griebel präsentiert Neuerwerbungen und Neuaufstellungen, „wahre Hingucker“, unter dem Titel Face to Face – Highlights unter unseren römischen Porträts.
Eine Wiederbegegnung mit der Popmusik der späten Siebziger- und Achtzigerjahre bietet die Veranstaltung Der Sound unserer Jugend am 23. Juli mit Jörg Hackeschmidt: Warum ist Musik so stark an Emotionen und Erinnerungen gekoppelt? Warum waren bestimmte Platten, Sänger oder Bands so wichtig für einen? Hackeschmidt ist Historiker und beschäftigt sich als Publizist mit kulturhistorischen Themen. In einem Gespräch über sein gleichnamiges Buch im Salon Luitpold verbindet er emotionale Rückblicke mit Hintergründen zur Entstehung der Songs im Studio. Was hat sich in den Aufnahmestudios oder Backstage abgespielt? Und welche Rolle spielte die Technik dabei? Beginn ist um 19 Uhr im Salon Luitpold.


