Münchner PilotprojektWenn die KI den Vögeln im Park auflauert

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Der Waldkauz gehört zu den Arten, die im Pasinger Magdalenenpark zu hören sein müssten.
Der Waldkauz gehört zu den Arten, die im Pasinger Magdalenenpark zu hören sein müssten. (Foto: Georg Stelzner/Imagebroker/Imago)
  • München startete im September ein Pilotprojekt mit KI-gestützten „Horchboxen“ im Pasinger Magdalenenpark, um Vogelarten zu erfassen und zu schützen.
  • Die Bioakustiksensoren nehmen Vogelstimmen auf, filtern menschliche Geräusche heraus und ordnen das Singen automatisch den jeweiligen Arten zu.
  • Das Projekt soll den Aufwand für die Vogelbeobachtung reduzieren und ermöglichen, rund um die Uhr Daten über die Münchner Vogelwelt zu sammeln.
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„Horchboxen“ sollen dank künstlicher Intelligenz erfassen, welche Arten im Pasinger Magdalenenpark singen. Was sich Naturschützer von dem Pilotprojekt erhoffen – und welche Tiere sie erwarten.

Von Bernd Kastner

München ist hinter seinen Vögeln her. Nicht, um ihnen etwas anzutun, sondern um sie zu schützen. Dabei soll künstliche Intelligenz helfen. Sie ist eingebaut in „Horchboxen“, mit denen die Vögel belauscht werden. Es ist ein Pilotprojekt, das städtisches Klimareferat, Bund Naturschutz (BN) und eine Privatfirma im September im Magdalenenpark in Pasing gestartet haben. Ziel ist es, mehr über die Vogelwelt zu erfahren: Welche Arten leben in München? Nimmt ihre Zahl zu oder ab?

Herausfinden will man das im Pilotprojekt mittels Sensortechnologie: In dem Park, der im Zentrum Pasings an der Würm liegt, wurden Bioakustiksensoren aufgestellt. Martin Hänsel vom BN nennt sie „Horchboxen“, sie nehmen die Vogelstimmen auf. Die KI soll menschliche Geräusche direkt am Sensor herausfiltern, das aufgenommene Singen und Piepen der jeweiligen Vogelart zuordnen und das Ergebnis auf Computerbildschirmen der Experten präsentieren. Zum Einsatz kommen laut Mitteilung der Stadt Bioakustiksensoren der Start-up-Firma Hula Earth.

Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz, sieht in der modernen Technologie eine „große Chance für den Artenschutz“. Das Monitoring sei die Grundlage: „Nur wenn wir wissen, wo welche und wie viele Tiere leben, können wir aktiv werden und Maßnahmen ergreifen, um gefährdete Arten zu schützen.“

Martin Hänsel, Referent für Biodiversität beim BN, zählt Vogelarten auf, die in Pasing zu hören sein müssten: neben diversen Meisenarten etwa Waldkauz, Gänsesäger, Grünspecht, Buntspecht, Kanadagans, Waldbaumläufer. Er erläutert, dass schon bisher Vögel beobachtet würden, meist von Menschen. Dabei hänge viel vom Zufall ab: Mensch und Vogel müssten zur selben Zeit am selben Ort sein. Um die Vogelwelt vollständig zu dokumentieren, sei großer Aufwand nötig.

Hinzu komme, dass es schwierig sei, Kartierer zu finden, also Fachleute, die wissen, wie man Tiere beobachtet oder belauscht. Die KI-Sensoren sollten es ermöglichen, an bestimmten Orten rund um die Uhr den Vögeln zuzuhören. Der Aufwand fürs Auswerten der aufgenommenen Vogelgeräusche solle sich deutlich reduzieren, hofft Hänsel. Bisher müssten die Horchboxen von Fachleuten ausgewertet werden, nun solle dies die KI übernehmen. So zumindest die mit dem Projekt in Pasing verbundene Hoffnung.

Der gut zwei Hektar große Magdalenenpark ist der ehemalige Klostergarten der Englischen Fräulein, er liegt beim Pasinger Marienplatz. Der Orden übertrug ihn laut Stadt 2021 dem BN. Dieser will ihn dauerhaft vor Bebauung schützen und zu einem Rückzugsort für Tiere und Pflanzen entwickeln. Und zu einem Erholungsort für Menschen: An Samstagen und Sonntagen ist er von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eingang findet sich in der Institutstraße, gegenüber Hausnummer 12.

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