Israel-Palästina-KonfliktUmstrittene Gesprächsreihe über Zensur findet doch statt

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Das Museum Villa Stuck ist eigentlich in der Prinzregentenstraße beheimatet, hat aber wegen Renovierungsarbeiten ein Interimsquartier in der Goethestraße bezogen.
Das Museum Villa Stuck ist eigentlich in der Prinzregentenstraße beheimatet, hat aber wegen Renovierungsarbeiten ein Interimsquartier in der Goethestraße bezogen. Joko/Imago

Das Museum Villa Stuck hatte mit der Stadt über Veranstaltungen zu Boykott und Protest im Zusammenhang mit dem Israel-Palästina-Konflikt gestritten. Aber nun startet die Reihe – und der Redner, zu dem es Differenzen gab, tritt auf.

Von Bernd Kastner

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Jetzt wird nachgeholt, was bereits im März in der Villa Stuck hätte stattfinden sollen: Eine prominent besetzte Gesprächsreihe über „Boykott, Zensur und Protest in Deutschland“. Auch wenn es nicht explizit so formuliert ist, wurde das Thema vor allem vor dem Hintergrund des Israel-Palästina-Konflikts und der deutschen Debatte gewählt, es geht um die Staatsräson zu Israel und ihre Folgen. Kurz vor dem ursprünglich vorgesehenen Beginn der Reihe hatte die Villa Stuck, ein städtisches Museum, das gerade in einem Interimsquartier in der Goethestraße beherbergt ist, mitgeteilt, dass die fünf Veranstaltungen abgesagt seien.

Als Grund wurde eine „Intervention“ der Stadt München „gegen die Rednerliste“ genannt. Diese habe man nicht akzeptieren wollen und deshalb die ganze Reihe abgesagt. Das zuständige Kulturreferat wiederum bestreitet eine Intervention: Man habe auf Wunsch der Villa lediglich beraten. Deren Leiter habe von sich aus „einen Teilnehmer problematisiert“. Nach SZ-Informationen gab es Differenzen zwischen Referat und Museum zu mindestens einem der Eingeladenen, dem britischen Historiker Aziz Al-Azmeh. Dieser hatte einen Aufruf zum akademischen und kulturellen Boykott Israels unterzeichnet. Im Münchner Rathaus wiederum verurteilt seit Jahren eine große Mehrheit Boykottaufrufe gegen Israel.

Bereits kurz nach der Absage kündigte Villa-Stuck-Chef Michael Buhrs an, die Reihe in der ursprünglich geplanten Form zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden zu lassen. Man habe in den vergangenen Wochen Gespräche mit Fachleuten geführt, innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung, und sich intensiv vorbereitet, so Buhrs. Der Start ist nun auf Samstag, 3. Mai, terminiert, mit der Philosophin und Leiterin des Einstein-Forums in Potsdam, Susan Neiman, und dem in Damaskus geborenen Historiker Al-Azmeh.

Es folgen Gespräche unter anderem mit Candice Breitz (in Südafrika geborene Künstlerin aus Berlin) und Christoph Möllers (Professor für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität Berlin) sowie mit Meron Mendel (Chef der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt) und Geraldine Rauch (Präsidentin der Technischen Universität Berlin). Zum Abschluss soll die kubanische Künstlerin und Kuratorin Tania Bruguera auf dem Podium sein. Nähere Informationen zu den Veranstaltungen unter www.villastuck.de.

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