Prozess wegen versuchten MordesExpartnerin mit dem Küchenmesser niedergestochen

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Ein 38-Jähriger muss sich vor dem Landgericht verantworten. Er war mit einem Messer auf seine Expartnerin und deren neuen Freund losgegangen.
Ein 38-Jähriger muss sich vor dem Landgericht verantworten. Er war mit einem Messer auf seine Expartnerin und deren neuen Freund losgegangen. Sven Hoppe/dpa

Ein 38-Jähriger muss sich vor dem Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten. Er war brutal auf seine frühere Lebensgefährtin und ihren neuen Freund losgegangen.

Von Andreas Salch

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Nachdem Milos M. seine frühere Lebensgefährtin auf offener Straße mit einem Küchenmesser niedergestochen hatte, soll er sich zu ihr herabgebeugt, sie geküsst und zu ihr gesagt haben, dass er sie liebe und sie nun sterben müsse. Es muss eine schockierende Szene gewesen sein, die sich laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft am Landgericht München I am frühen Morgen des 1. Juni vergangenen Jahres in einem sonst ruhigen Wohngebiet in Ramersdorf-Perlach abspielte. Vor der mutmaßlichen Attacke, die die 35-Jährige schwer verletzt überlebte, soll Milos M. auch deren neuen Partner mit einem Messer angegriffen und ihm dabei mehrere tiefe Stichwunden am Oberkörper beigebracht haben. Auch dieser überlebte.

Milos M. ließ sich noch am Tatort von Polizisten widerstandslos festnehmen. Er war erheblich betrunken. Seit diesem Montag muss sich der 38-jährige Trockenbauer nun vor einer Schwurgerichtskammer am Landgericht München I verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen versuchten Mordes in zwei Fällen erhoben.

Zum Prozessauftakt räumte Milos M. die Vorwürfe im Wesentlichen in einer Erklärung ein, die sein Verteidiger, Rechtsanwalt Peter Pospisil, für ihn verlas. Ausschlaggebend für die mutmaßlichen Messerattacken soll seine gescheiterte Beziehung zu seiner früheren Lebensgefährtin gewesen sein, so der 38-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage indes davon aus, dass der Trockenbauer die heute 35-Jährige aus „Eifersucht“ und „übersteigertem Besitzdenken“ habe töten wollen. Bei der Attacke auf seinen Nebenbuhler sei es dem Angeklagten darum gegangen, diesen aus „rücksichtslosem Egoismus“ abzustrafen.

Doch diese Vorwürfe weist Milos M. in seiner Erklärung zurück. Dies seien „wertende Schlussfolgerungen“. Es sei nicht sein Plan gewesen, seine frühere Partnerin und deren neuen Partner zu „bestrafen“. Er sei vielmehr verzweifelt darüber gewesen, dass die Beziehung zu seiner früheren Partnerin zerbrochen sei. Er schäme sich für das, was er getan habe. Fragen zu der Tat ließ die Verteidigung nicht zu.

Laut den Ermittlungen soll es zwischen Milos M. und seiner früheren Lebensgefährtin in den vergangenen Jahren immer wieder Streitigkeiten wegen seines Alkoholkonsums gegeben haben. Im April 2024 hatte das Familiengericht am Amtsgericht München es Milos M. untersagt, weiterhin bei seiner Partnerin und den Kindern zu wohnen. Doch der soll deren Entscheidung, sich von ihm zu trennen, nicht akzeptiert haben.

Anfang 2025 lernte die junge Mutter über eine Dating-Plattform einen anderen Mann kennen. Milos M. wusste davon. Als er Ende Mai vergangenen Jahres die gemeinsamen Kinder in der Wohnung seiner früheren Lebensgefährtin betreute, war diese nicht anwesend. M. durchsuchte alles, fand eine Schachtel Kondome und verschaffte sich laut Anklage Zugang zum Account seiner Expartnerin auf der Dating-Plattform.

Er soll versucht haben, die Frau zurückzugewinnen. Unter anderem soll er ihr geschrieben haben, dass er sich nicht vorstellen könne, sie mit einem anderen Mann zu sehen. Doch Milos M. soll ihr auch gedroht haben. Für den Fall, dass ein anderer Mann die Kinder kennenlernt, werde er sie ihr wegnehmen und sich umbringen.

In der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni vergangenen Jahres wurde er gewalttätig. Es war kurz vor Mitternacht, als er zu seiner früheren Lebensgefährtin nach München fuhr. Als er beobachtete, dass ihr neuer Freund sie besuchte, verschaffte er sich unbemerkt Zutritt zu dem Mehrfamilienhaus, trat die Wohnungstür der 35-Jährigen ein und stach sofort auf deren Partner ein. Dieser konnte, obwohl bereits schwer verletzt, aus der Wohnung fliehen, ebenso wie seine Partnerin, nachdem Milos M. mehrfach mit einem Messer auf sie eingestochen hatte. Ein Urteil in dem Prozess wird für Ende Juli erwartet.

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