Mindestens 22 Stiche in den OberkörperLebenslang für Mordversuch an Ehefrau vor gemeinsamem Sohn

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Ein Schwurgericht am Landgericht München I befand den Angeklagten für schuldig. Die Mutter von zwei Kindern überlebte die Attacke nur knapp.
Ein Schwurgericht am Landgericht München I befand den Angeklagten für schuldig. Die Mutter von zwei Kindern überlebte die Attacke nur knapp. Sven Hoppe/dpa
  • Ein 34-jähriger Mann wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine Frau mit mindestens 22 Messerstichen vor den Augen des gemeinsamen Sohnes zu töten versuchte.
  • Die Tat ereignete sich am 8. April vergangenen Jahres, zwei Tage vor dem geplanten Scheidungstermin, nachdem die Frau sich wegen jahrelanger Gewalt von ihrem Mann trennen wollte.
  • Das Münchner Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Frau töten wollte, weil er deren Scheidungswunsch nicht akzeptierte.
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Nach jahrelangen gewalttätigen Übergriffen will sich eine junge Mutter von ihrem Mann scheiden lassen. Doch der sticht sie kurz vor dem Scheidungstermin auf offener Straße nieder.

Von Andreas Salch

Nachdem Polizisten Samson K. am frühen Nachmittag des 8. April vergangenen Jahres vorläufig festgenommen und in ein Einsatzfahrzeug gebracht hatten, setzte er den Beamten zufolge zu einer Tirade an. Schuld an der Situation, in der er sich befinde, habe sich der 34-Jährige beschwert, seien Polizei, Richter und das Münchner Jugendamt. Kurz zuvor hatte Samson K. in der Grohmannstraße im Hasenbergl vor den Augen seines kleinen Sohnes seine Frau mit einem Küchenmesser mit einer knapp zehn Zentimeter langen Klinge auf offener Straße angegriffen und ihr mindestens 22 Stiche in den Oberkörper versetzt. Die Mutter von zwei Kindern überlebte die Attacke nur knapp.

Für die Tat verurteilte ein Schwurgericht am Landgericht München I Samson K. an diesem Dienstag unter anderem wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Nach Überzeugung der Kammer unter Vorsitz von Richterin Elisabeth Ehrl habe der Angeklagte seine Frau töten wollen, weil er deren Wunsch nach einer Scheidung nicht akzeptiert habe.

Samson K. und seine Frau lernten sich 2015 kennen und heirateten kurze Zeit später. Aber schon nach einem Jahr, so Richterin Ehrl bei der Urteilsbegründung, habe der Angeklagte seine Frau Altea (Name geändert) immer wieder tätlich angegriffen. Auslöser für die Attacken seien dessen Spielsucht und die prekären finanziellen Verhältnisse gewesen, in der sich die Familie befunden habe.

Nach einem weiteren heftigen Streit im Januar 2024, bei der Samson K. seine Frau mit Faustschlägen traktierte, erließ ein Familiengericht am Amtsgericht München auf Antrag von Altea K. ein Kontaktverbot gegen ihren Mann. Kurz zuvor hatte er bereits auf Anweisung der Polizei die gemeinsame Wohnung verlassen müssen. Altea K. wollte fortan ein selbstbestimmtes Leben führen und sich scheiden lassen. Gelegentlichen Treffen ihrer Kinder mit Samson K. im Rahmen eines begleiteten Umgangs stimmte sie zu. Doch sie hatte Angst. Samson K. drohte ihr mit dem Tode. Anfang Februar 2024 machte Altea K. ihr Testament. Darin verfügte sie, dass ihre Kinder im Fall ihres Todes zu ihrer Mutter kommen sollten.

Spätestens zwei Tage vor dem Scheidungstermin beschloss Samson K. seine Frau zu töten

Altea K. beantragte schließlich die Scheidung. Als Termin bestimmte das Familiengericht den 10. April 2025. Spätestens zwei Tage zuvor habe Samson K. beschlossen, seine Frau zu töten, so Richterin Ehrl in der Urteilsbegründung.

Am frühen Nachmittag jenes 8. April hatte sich der 34-Jährige in einem Einkaufszentrum an der Schleißheimer Straße ein Küchenmesser gekauft. Anschließend lief er zur Wohnung seiner Frau und wartete auf sie. Als Altea K. die Treppe herunterkam und ihren Mann sah, erschrak sie zunächst, schlug ihm aber dann vor, gemeinsam eines der Kinder von der Schule abzuholen.

Da ihr Mann sich unauffällig verhielt und ruhig mit ihr redete, dachte die 31-Jährige, das alles in Ordnung sei. Doch als Samson K. seine Frau fragte, ob sie diesen erneuten Verstoß gegen das Kontaktverbot der Polizei melden werde, und sie dies bejahte, schlug die Stimmung um. Ohne sich eines Angriffs zu versehen, stach der 34-Jährige seiner Frau zwischen 22 und 30 Mal in die Bauchregion. Nach dem letzten Stich in die Herzgegend forderte er sie auf, ein Sterbegebet zu sprechen. Dann rief er von seinem Handy aus seine Mutter an und teilte ihr mit, dass Altea „weg sei“ und machte zwei Fotos von seiner am Boden liegenden blutüberströmten Frau.

Gut zwei Wochen nach der Tat soll Samson K. bei einem Gerichtstermin im Rahmen der Untersuchungshaft gefragt haben, wann er seine Kinder wieder sehen könne.

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