Neue Ausstellung in München von Christina Bock„Sie hat es hinter meinem Rücken getrieben“

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„Fan der ersten Stunde“ ist Schauspieler Rainer Bock von der künstlerischen Arbeit seiner Ehefrau Christina Bock - hier bei der Vernissage ihrer neuen Ausstellung in der Galerie Stefan Vogdt.
„Fan der ersten Stunde“ ist Schauspieler Rainer Bock von der künstlerischen Arbeit seiner Ehefrau Christina Bock - hier bei der Vernissage ihrer neuen Ausstellung in der Galerie Stefan Vogdt. Stephan Rumpf

Die Bilder von Künstlerin Christina Bock sind schwebend, leicht und sehr erzählerisch. Kein Wunder: Wie ihr Mann, der Schauspieler Rainer Bock, kommt auch sie vom Theater.

Von Christine Dössel

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Die Schwerkraft hat eine Bezwingerin gefunden. Zumindest scheint sie ausgehebelt zu sein auf den Bildern von Christina Bock. Gegenstände fliegen, Frauen (ent)schweben oder erheben sich tänzelnd über dunkle Quader. „Mit links“ heißt ein Werk, auf dem ein fragiles Bleistiftgeschöpf mit seinem linken Arm offenbar mühelos das Gemälde einer Riesenblume stemmt. Mit links scheinen auf diesen Bildern alle Figuren die Welt zu nehmen oder sich ihr notfalls zu entziehen. Leichtfüßig, schwerelos. Beim Betrachten kriegt man gleich gute Laune. Die Seele fängt zu schwingen an.

Entsprechend locker ist die Stimmung in der kleinen Galerie von Stefan Vogdt, der den Stil seiner Künstlerin, die er schon zum dritten Mal ausstellt, bündig zusammenfasst: „Sehr positiv, sehr poetisch, guter lockerer Strich und in jedem Bild ein Mysterium.“ Vogdt, seit 47 Jahren Galerist in München, ist seit vier Jahren in der Galeriestraße Nähe Odeonsplatz ansässig. Was man schon auch lustig finden kann: eine Galerie mit der Adresse Galeriestraße.

In unmittelbarer Nachbarschaft ist das Theatermuseum. Das passt insofern, als die zur Malerei berufene Christina Bock von Beruf eigentlich Schauspielerin ist und ebenso wie ihr Mann, der Schauspieler Rainer Bock, vom Theater kommt. Das merkt man den Bildern an, auch den kleinformatigen, die neu sind in ihrem Repertoire und die alle „ein kleines Rätsel“ bergen, wie der Kabarettist Bruno Jonas beim Betrachten angetan feststellt. Diese Rätsel zu deuten, findet er „spannend“. Miniszenen mit Booten, Fischen, Gesichtern in leuchtenden Farben. Moritz Bock, der Sohn, entdeckt darin Geschichten, „wie auf einer Bühne“.  Auch er ist Schauspieler.

Kennengelernt haben sich Christina und Rainer Bock 1988, als sie beide am Theater Heidelberg im Ensemble waren. Sie sagt: „Wir haben uns gesehen und verliebt.“ Sie hat damals schon gemalt, aber nur nebenher. Als 1997 ihr Sohn zur Welt kam, hängte sie den Beruf an den Nagel. Vor acht Jahren nahm sie schließlich ihre alte Leidenschaft, die Malerei, wieder auf. Erst mal nur für sich, oder wie Rainer Bock es formuliert: „Sie hat es hinter meinem Rücken getrieben.“ Als „Fan der ersten Stunde“ unterstützt und bewundert er seine Frau nicht nur, er sagt, er beneide sie auch: „Ich selbst bin ja nur ein reproduzierender Künstler.“  Sehr bescheiden gesprochen von einem Schauspieler seines Kalibers (derzeit im Kino zu sehen in „Zweigstelle“ und „Karla“). Muss wohl Liebe sein.

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