Der Moment, in dem die Fußgängerampel auf Grün springt, ist für Janina Laube und Elisabeth Kornell der Startschuss. Blitzschnell sprinten die beiden Frauen auf die Fahrbahn am Goetheplatz, Laube – kniend auf dem glühend heißen Asphalt – hält das gelbe Maßband an einem Ende. Kornell läuft mit dem anderen Ende Richtung Gehsteig, legt das andere Ende des Bands auf der Straße ab und zieht genau an dieser Stelle mit einem Kreidestift eine Linie. Noch bevor der Bus an der Haltestelle losfährt und die Ampel für die Fußgänger wieder auf Rot springt, ist der gerade gemessene Abstand auf dem Formular eingetragen, das in einem Klemmbrett auf Laubes Knie steckt. Und die beiden Frauen trotten wieder Richtung Bürgersteig.
Verkehr in MünchenGesucht: die fairste Straße der Stadt
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Um eine Straße zu vermessen und dadurch in Erfahrung zu bringen, welcher Verkehrsart prozentual wie viel Raum zur Verfügung steht, braucht es nicht viel mehr als ein Maßband und ein Stück Kreide.
Foto: Stephan RumpfWie viel Platz haben Autofahrer, Radler und Fußgänger in München? Das soll ein Projekt des Vereins Green City klären. Und es stellt sich die Frage: Was wäre fair, in der am dichtesten besiedelten Großstadt Deutschlands?
Von Martin Mühlfenzl
