Verkehrssicherheit in der StadtPolizei warnt vor schlimmen Folgen von Tempoverstößen

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Über eine rote Ampel gerast: Ein 19-Jähriger verursachte im vergangenen November in der Schleißheimer Straße einen Unfall, der zwei Todesopfer forderte.
Über eine rote Ampel gerast: Ein 19-Jähriger verursachte im vergangenen November in der Schleißheimer Straße einen Unfall, der zwei Todesopfer forderte.
Berufsfeuerwehr München/dpa

Die Polizei verzeichnet eine bedenkliche Entwicklung im Münchner Autoverkehr und appelliert bei einem Aktionstag an das Verantwortungsbewusstsein der Fahrer.

Von Anna-Maria Salmen

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Das Auto, das am Mittwoch auf dem Marienplatz steht, ist kaum noch als solches zu erkennen. Eine Seite ist völlig eingedrückt, der rote Lack ist zerkratzt, die Reifen stehen ab oder fehlen ganz. Der Fahrer des Wagens – ein 27-Jähriger, der bei einem illegalen Autorennen mit hoher Geschwindigkeit die Kontrolle verlor – brach sich trotzdem lediglich ein Bein. Anders die Insassen des Autos, das der Raser frontal erfasste: Ein 38-jähriger Vater wurde durch den Aufprall sofort getötet, sein zehnjähriger Sohn lag zwei Monate lang im Koma.

Der Unfall passierte vor einigen Jahren im Bayerischen Wald. Weit weg vom Marienplatz, doch die Polizei zeigt das zerstörte Auto des Rasers nicht ohne Grund bei ihrer Aktion zum Thema Sicherheit auf Landstraßen vor dem Münchner Rathaus. Denn auch in der Stadt spiele der Faktor Geschwindigkeit eine große Rolle bei Unfällen, sagt Polizeivizepräsident Christian Huber. Das habe sich unter anderem im vergangenen November gezeigt: Damals raste ein 19-Jähriger über die Schleißheimer Straße und erfasste ein anderes Fahrzeug frontal. Zwei der Insassen kamen dabei ums Leben.

Um die Menschen zu sensibilisieren und dadurch solche Unfälle zu verhindern, will die Polizei mit einer bayernweiten Schwerpunktaktion im Juni auf die Gefahren im Straßenverkehr hinweisen, insbesondere auf die Folgen erhöhter Geschwindigkeit. Teil der Kampagne war auch der Aktionstag am Marienplatz: An mehreren Ständen konnten sich Interessierte informieren, unter anderem über den Nutzen von Tempolimits.

In München habe man im vergangenen Jahr zwar einen Rückgang an Geschwindigkeitsverstößen verzeichnet, sagt Polizeivizepräsident Huber. Was hingegen steige, sei die Anzahl der Anzeigen und der Fahrverbote. Für die Polizei weist das darauf hin, dass die Schwere der Verstöße zunehme. „Das halten wir für sehr bedenklich.“ Schon kleine Änderungen im Verhalten können laut Huber einen großen Effekt haben: Studien zeigten, dass man die Unfallwahrscheinlichkeit bereits um vier Prozent senke, wenn man nur einen Kilometer pro Stunde langsamer fahre.

Auch Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel appelliert an die Vernunft. Die Stadt könne zwar Regeln wie Tempo 30 einführen. Das tatsächliche Verhalten der Autofahrer könne man damit aber nur bedingt steuern. Was man brauche, seien mehr Rücksicht und ein „vernünftiges Miteinander“.

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