U-Bahn, Bus und Tram in MünchenStreik legt Nahverkehr weitgehend lahm – doch Fußballfans kommen zur Arena

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Freuen sich trotz ungewohnter Anreise auf das DFB-Pokalviertelfinale Bayern gegen Leipzig: Franz Oberndorfer, Julia Hoch und Ralph Biller (von links)
Freuen sich trotz ungewohnter Anreise auf das DFB-Pokalviertelfinale Bayern gegen Leipzig: Franz Oberndorfer, Julia Hoch und Ralph Biller (von links) Stephan Rumpf

Zum zweiten Mal hat die Gewerkschaft die Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft zum Ausstand aufgerufen. Auf einigen Linien verkehren dennoch Tram- und U-Bahnen, so auch die U6 nach Fröttmaning.

Von Martin Mühlfenzl

Alle fünf Minuten rauscht an diesem Mittwochabend eine U-Bahn in den Bahnhof am Marienplatz ein – noch ohne Passagiere. Die aber warten schon in ihren Trikots und mit ihren roten Schals. Franz Oberndorfer ist aus Neubiberg gekommen, erst mit dem Fahrrad nach Perlach, dann mit der S-Bahn zum Marienplatz und jetzt geht es mit der U6 nach Fröttmaning. Gemeinsam ist er mit Julia Hoch unterwegs, die aus Landsberg angereist ist und ihr Auto nahe der Wohnung eines Freundes in der Innenstadt hat stehen lassen, der nun ebenfalls mit zur Allianz Arena fährt. „Passt schon. Noch besser wäre es, wenn es nicht regnen würde“, sagt Oberndorfer entspannt.

An diesem Mittwoch ist Warnstreik im Münchner Nahverkehr. Nahezu alle Straßenbahnen und U-Bahnen bleiben in den Depots. Bereits von 10 Uhr an fährt allerdings die U6 zwischen Marienplatz und der Arena in Fröttmaning. Das hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Notbetrieb möglich gemacht, um die Fans rechtzeitig zum DFB-Pokal-Viertelfinale des FC Bayern gegen RB Leipzig in den Münchner Norden zu bringen. Und die strömen schon drei Stunden vor Anpfiff (20.45 Uhr) zum Marienplatz. Der FCB hatte die Fans dazu aufgerufen, rechtzeitig anzureisen.

Zumindest den Betrieb der U-Bahn nach Fröttmaning hat die Münchner Verkehrsgesellschaft trotz Warnstreiks möglich gemacht, um die Fußballfans zur Allianz Arena zu bringen.
Zumindest den Betrieb der U-Bahn nach Fröttmaning hat die Münchner Verkehrsgesellschaft trotz Warnstreiks möglich gemacht, um die Fußballfans zur Allianz Arena zu bringen. Stephan Rumpf

Das große Chaos im Nahverkehr bleibt aber ohnehin aus an diesem zweiten Streiktag der Beschäftigten im Nahverkehr. Da der Streik von der Gewerkschaft Verdi bereits zwei Tage vorher angekündigt worden war, konnten sich offenkundig viele Menschen darauf einstellen und einen Tag im Home-Office einplanen. Zwar staute es sich am frühen Mittwochmorgen auf den Autobahnen rund um München, etwa auf der A94 vor Steinhausen, nach dem Berufsverkehr aber kehrte auf den Straßen Normalität ein.

Zwischen Stachus und Moosacher Bahnhof konnte die 20er-Tram, die meistfrequentierte Münchner Straßenbahn, den ganzen Tag über im Zehn-Minuten-Takt fahren; auch die Linie 25 fuhr alle zehn Minuten zwischen Max-Weber-Platz und Grünwald – und eben die U6. Während des ersten Warnstreiks am Montag vor einer Woche war es den Streikenden noch gelungen, den U-Bahn-Betrieb in München für 24 Stunden komplett lahmzulegen.

Die nächste Verhandlungsrunde für den bayerischen Nahverkehr steht an diesem Freitag, 13. Februar, an.

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Mehr Trassen, mehr Züge, bessere Anbindungen: Politiker aus Oberbayern haben aufgeschrieben, was nötig wäre, damit München bis 2050 vom Auto wegkommt. Die aktuelle Situation des Schienennetzes bezeichnen sie als „erbärmlich“ und warnen vor einem „Horrorszenario“.

SZ PlusVon Martin Mühlfenzl

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