Auf Giesings Höhen könnte etwas Ruhe einkehren – zumindest was die künftige Gestaltung der Martin-Luther-Straße angeht. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg für einen dauerhaften Umbau freigemacht, samt neuer, etwas mehr als zwei Meter breiter Radwege auf Niveau der Fahrbahn. Damit endet ein Verkehrsversuch mit auffälligen gelben Markierungen, der aus Sicht der Gegner eine Zumutung war – für die Befürworter der Umgestaltung indes eine deutliche Verbesserung, insbesondere für Radfahrer.
Drei Jahre dauerte der Verkehrsversuch, der der Entscheidung im Mobilitätsausschuss vorausging. Dazu gehörten auch Verkehrszählungen. Die Ergebnisse führten allerdings nicht bei allen Fraktionen zur selben Erkenntnis. Insbesondere die CSU im Rathaus kritisierte, dass der Verkehrsversuch nicht die „tatsächlichen Verkehrsflüsse“ abgebildet habe, wie Stadtrat Hans-Peter Mehling anmahnte. Zudem führe die Neuordnung immer wieder zu Staus und Verzögerungen – für den Auto-, aber auch für den Busverkehr.
Mit einem Änderungsantrag, der dann nochmals abgeändert wurde, versuchte die CSU im Mobilitätsausschuss zumindest noch die Verkehrsführung an der Kreuzung am Giesinger Berg mit drei Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr zu korrigieren. Die Mehrheit aber lehnte dieses Ansinnen ab.
SPD-Stadtrat Andreas Schuster verteidigte den Umbau der Martin-Luther-Straße als „sanfte“ Veränderung des Bestands. Er habe zwar Verständnis für Autofahrer, die in dem Bereich nun etwas länger bräuchten, so Schuster, aber diese Verzögerungen seien nicht allzu kritisch. Der Faktor Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger sei ein gesellschaftliches Gut. Mit dem Umbau werde die Stadt den Bedürfnissen der Menschen gerecht, so der SPD-Stadtrat.
Aus den Verkehrszählungen geht hervor, dass sich das Autoaufkommen sowohl in der Martin-Luther- als auch in Icho- und Silberhornstraße sowie am Giesinger Berg trotz der vorgenommenen Spurreduzierungen auf dem Niveau von davor gehalten hat. Die Kosten für den Umbau der Martin-Luther-Straße beziffert das Mobilitätsreferat auf 800 000 bis 1,3 Millionen Euro.

