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Unfallstatistik:Mehr Radfahrer, weniger Unglücke

Radfahrer im Münchner Stadtverkehr, 2014

Der Platz im Straßenverkehr wird immer knapper.

(Foto: Florian Peljak)

In München wurden in diesem Jahr bislang 1523 Unfälle registriert - das entspricht einem Rückgang um gut zehn Prozent. Trotzdem appelliert die Polizei an die Vernunft der Radler.

Der Fahrradverkehr in der Stadt nimmt zu, die Polizei schätzt die Zahl der täglichen Radler inzwischen auf rund 300 000. Dennoch ist die Zahl der Unfälle zuletzt zurückgegangen: Von Januar bis Juli 2019 registrierte das Präsidium 1523 Unfälle mit Fahrradfahrern - und damit 10,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei gut jedem zweiten Unfall sei der Radler selbst schuld gewesen, erklärte Polizeipräsident Hubertus Andrä am Freitag. Leider seien Erwachsene oft keine guten Vorbilder. "Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass die Helmquote beim Radfahren so ist wie beim Skifahren", sagte Andrä.

Der Anteil der Radler am Gesamtverkehrsaufkommen wächst: Betrug er im Jahr 2010 noch zehn Prozent, lag er 2017 laut Andrä bereits bei 18 Prozent. Zugleich würden immer mehr Kraftfahrzeuge zugelassen, und mit den E-Scootern sei nun auch noch ein neues Verkehrsmittel hinzugekommen. Die Folge: Der Platz im Straßenverkehr wird immer knapper. Daher appellierte Andrä an die Fahrradfahrer, möglichst vorsichtig unterwegs zu sein. Es gehe schließlich um das eigene Leben, mahnte er.

Damit es nicht nur bei einem Appell bleibt, kontrollierten am Donnerstag insgesamt 195 Polizisten im gesamten Stadtgebiet gezielt Radfahrer. Die häufigsten Vergehen waren laut Polizei: mit dem Handy telefonieren, über rote Ampeln fahren, auf dem Gehweg radeln sowie in falscher Richtung den Radweg entlangfahren.

"Radfahrer und Verkehrsregeln passen momentan nicht ganz zusammen", stellte der Leiter der Verkehrsabteilung, Dieter Bauer, fest. Fast jeder dritte Verletzte im Straßenverkehr sei ein Radfahrer. Doch auch Autofahrer seien häufig nicht vorsichtig genug. Bei jedem achten Unfall, an dem ein Fahrradfahrer beteiligt sei, habe ein Autofahrer beim Rechtsabbiegen nicht richtig aufgepasst. Und die neuen E-Scooter? Bis zum 6. August zählte die Polizei 25 Unfälle mit den elektrischen Gefährten, bei 14 davon gab es Verletzte. Ganze 436 Mal standen Fahrer unter Alkoholeinfluss.

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