Allach-Untermenzing:Kritik an neuem Mobilitätskonzept

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Allach-Untermenzing: Seit Jahren das gleiche Bild: die verstopfte Eversbuschstraße während der Stoßzeiten morgens oder abends.

Seit Jahren das gleiche Bild: die verstopfte Eversbuschstraße während der Stoßzeiten morgens oder abends.

(Foto: Robert Haas)

Die Stadt legt ihre Pläne für Allach-Untermenzing vor. Doch weder Autos noch der öffentliche Nahverkehr sollen dabei eine Rolle spielen. Politiker aus dem Stadtteil reagieren verärgert.

Von Ellen Draxel

Allach-Untermenzing bekommt ein Nahmobilitätskonzept. Eines, das den Fuß- und Radverkehr stärken will. Der öffentliche Nahverkehr und der Autoverkehr sollen dabei allerdings nicht mit untersucht werden - zumindest, wenn es nach den derzeitigen Plänen der Verwaltung geht. "Wir sehen in Allach-Untermenzing keine Notwendigkeit für zusätzlichen Straßenbau", erklärte Robert Adam vom Mobilitätsreferat dem Bezirksausschuss in dessen jüngster Sitzung. Auch zusätzliche ÖPNV-Linien brauche es in den Vierteln nicht. "Wohl aber gibt es Lücken im Radnetz." Die wolle man untersuchen und Lösungen anbieten.

Den Lokalpolitikern reicht das nicht. "So erfreut ich bin, dass es ein Mobilitätskonzept gibt, so entsetzt bin ich, dass Sie den öffentlichen Nahverkehr aussparen wollen", kommentierte Stefanie Martin (CSU), stellvertretende Gremiums-Chefin, Adams Ankündigung. "Ich sehe einen dringenden Bedarf für die Entlastung der Eversbuschstraße. Wir brauchen eine Lösung für die Allacher Straße. Und die S2 ist morgens so voll, dass meine Kinder eine gute Ausrede haben, zu spät zur Schule zu kommen."

Die Debatte ist nicht neu. In Allach-Untermenzing wird wie überall in der Stadt nachverdichtet, zusätzlich entstehen zahlreiche Neubaugebiete, auch im benachbarten Karlsfeld. Allein durch den Bezug des Allacher Kirschgeländes wächst die Bevölkerung um zehn Prozent. Bürger und Stadtteilvertreter beklagen seit Jahren schon eine zunehmende Verkehrsbelastung, nun aber, erläuterte der BA-Vorsitzende Pascal Fuckerieder (SPD) dem Verkehrsplaner, käme auch noch die Sanierung der A99 hinzu. "Wir machen uns deshalb große Sorgen wegen des Schleichverkehrs." Nur das Radnetz zu verbessern, genüge in dieser Situation nicht mehr.

Es sei "nun mal der Trend", auf den Radverkehr zu setzen, erwiderte Adam. "Auch wenn ich schon sehe, dass man hier das Auto noch ab und zu braucht." Fuckerieder hat nicht zum ersten Mal den Eindruck, "dass im Rathaus mehr innerstädtisch gedacht wird, mit anderen Prioritäten, als sie am Stadtrand relevant sind". Der Bezirksausschuss jedenfalls ist davon überzeugt, dass sich die Probleme in diesem Flächenstadtbezirk nicht nur mit einem verbesserten Fuß- und Radverkehr lösen lassen. Sondern dass es dazu ein Gesamtkonzept braucht. Einen entsprechenden Antrag will das Gremium im August stellen.

Den Startschuss für das Mobilitätskonzept will das Mobilitätsreferat Ende dieses Jahres in den Stadtrat einbringen, um die Finanzierung zu sichern. Im Detail ausgearbeitet werden soll der Entwurf dann 2023.

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