„Nicht noch ein Nullachtfünfzehn-Brunch-Lokal!“, haben sich Fanny Loy und Carina Streidl wohl gedacht, als sie die Chance bekamen, ein eigenes Frühstückscafé zu eröffnen. Zumindest würde das den Namen erklären, den sie für ihr erstes gemeinsames Projekt gewählt haben: „Not another brunch spot“, kurz Nabs. Vergangenen Mai hat das Nabs eröffnet. Trotzdem ist die Adresse nicht komplett neu, denn ein Restaurant gibt es in der Pariser Straße 34 schon lange.
Es ist auch die Adresse der Haidhauser Spezlwirtschaft, mit der sich das Nabs die Räumlichkeiten teilt. Wirt Philipp Hanrieder hat darin eine Win-win-Situation erkannt. Er habe, so sagt er, schon länger mit dem Gedanken gespielt, wieder einen Brunch anzubieten, wie es ihn vor Jahren einmal gab. Gleichzeitig hegten zwei seiner Mitarbeiterinnen – Loy und Streidl – den Wunsch, ein eigenes Café zu eröffnen. „Da habe ich ihnen die Spezlwirtschaft angeboten, damit sie ihr eigenes Konzept austesten können.“
Noch ein Vorteil der gemeinsamen Raumnutzung: Dank ihrer langjährigen Mitarbeit kennen sich die beiden Junggastronominnen vor Ort bestens aus. Am Abend werden sie weiterhin Teil des Spezlwirtschaft-Teams sein. Den Brunch am Wochenende stemmen sie zusätzlich, Streidl in der Küche, Loy im Service.
Von der Atmosphäre her unterscheidet sich das Nabs kaum von der Spezlwirtschaft. Nur das Tageslicht und ein blaues Stoffbanner, das jeden Samstag- und Sonntagmorgen über das Schild am Eingang geworfen wird, erinnern daran, dass gleich Kaffee und Frühstück statt Bier und Schnitzel aufgetischt werden. Die gesamte Speisekarte ist vegetarisch und bis auf das Brot machen Loy und Streidl alle Speisen selbst. Den veganen Lachs fürs Avocado-Brot mit Wasabi-Mayo und frittierten Algen stellen sie zum Beispiel aus marinierten und gedämpften Karotten her.
Jede Brot-Kreation besteht in der Regel aus zwei gegrillten Scheiben (15 Euro), man kann aber auch einzelne Scheiben frei kombinieren (je 8 Euro); etwa eine Scheibe mit Rote-Bete-Hummus, gratiniertem Feta und Walnüssen für den herzhaften Start und danach Pfirsich, Honig und Basilikum auf einem Brot mit Feta-Creme zum süßen Abschluss.


Zum Teilen bietet sich das „Shareshuka“ (30 Euro) an, bei dem vier verschiedene Sorten Shakshuka auf einmal serviert werden (klassisch rot mit Tomate, Paprika, Feta und Ei; grün mit Spinat, Feta und Ei; pink mit Roter Bete, Tomate, Sesam und Ei; und orange mit Süßkartoffel, Curry, Limette und Ei).
Für den Breakfast-Burrito (14,50 Euro), einen gehaltvollen, wenn auch stellenweise etwas trockenen Sattmacher aus Reis, Bohnenmus, Avocado, Rührei und Käse, braucht man großen Hunger. Er wird mit Tortilla-Chips, eine Tomatensalsa und einem Mango-Habanero-Dip serviert. Mit dieser Bestellung läuft man allerdings Gefahr, aufs Dessert (Käsekuchen mit Himbeerpüree und Früchten oder Bananenbrot, je 5,50 Euro) verzichten zu müssen.

So übersichtlich die Speisekarte ausfällt, so umfassend ist das Getränkeangebot. Neben Standards wie Kaffee, Tee und Matcha gibt es auch alkoholische Drinks zum Anstoßen, darunter verschiedene Sorten Martinis und Bloody Marys (je 10 Euro) sowie Mimosas aus teils frisch gepressten Säften (ab 4,90 Euro). Nicht zuletzt hebt sich das Nabs durch seine hausgemachten Limonaden (5 Euro) und Eistees (4,50 Euro) von der Masse ab, denn Geschmackskombinationen wie Himbeere-Rote-Bete oder Hibiskus-Kirsche sind alles andere als Nullachtfünfzehn.
Nabs, Pariser Straße 34, 81667 München, Telefon: 089/44992999, Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr.

